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Ein Arbeiter trägt eine Leiter in einem Gebäude des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) in Schönefeld (Brandenburg).

Regierungsbau könnte erste Starts und Landungen am BER einschränken

Noch ist der als Pannenflughafen verspottete Hauptstadt-Airport nicht eröffnet, geschweige denn fertig gebaut – schon kündigen sich die ersten Störungen des Flugbetriebs nach dem für 2020 geplanten BER-Start an. Ausgerechnet durch Planungen des Regierungsterminals.

Die ersten Flugpläne des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg (BER) könnten bereits gleich nach der für 2020 geplanten Eröffnung empfindlich gestört werden. Grund dafür sind die Tankanschlüsse des Regierungsflughafens, geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Stefan Gelbhaar hervor. Gegenwärtig würden verschiedene Varianten geprüft, heißt es in dem Schreiben aus dem Bundesinnenministerium. „Für die Herstellung eines Anschlusses der Unterflurbetankung an das zentrale Tanklager am BER ist die Unterquerung der Start- und Landebahn Nord erforderlich.“

Die unterirdische Betankung der Flugzeuge ist internationaler Standard. Deshalb gehen alle Experten davon aus, dass auch die Regierungs-Jets an die Unterflurbetankung angeschlossen werden. Wie lange entsprechende Einschränkungen des Flugbetriebs durch die Bauarbeiten gelten würden, darüber könnten heute noch keine verbindlichen Aussagen getroffen werden, heißt es in der Antwort weiter. „Durch die Wahl eines geeigneten Bauverfahrens können die Auswirkungen auf den Flugbetrieb vermieden bzw. auf ein absolutes Minimum reduziert werden.“

Bund vermeidet Umzug in Übergangslösung

Der Grünen-Abgeordnete Gelbhaar fordert vom Bund schnelle Entscheidungen zum Regierungsflughafen. „Nach der Eröffnung des BER kann es nicht sofort wieder zu Störungen im Betriebsablauf kommen, nur weil sich die Bundesregierung dann erst überlegt, das halbe Vorfeld noch mal aufzubuddeln.“

Es sei ohnehin nicht nachvollziehbar, so Gelbhaar, warum die Bundesregierung nicht jetzt schon in das fertige Interims-Regierungsterminal am BER umziehe, statt erst nach der Schließung des Flugbetriebs in Berlin-Tegel.

„Man hätte jetzt genügend Zeit, um einen geordneten Betriebsablauf am Regierungsterminal auf die Beine zu stellen. Lieber verschwendet man jedoch 2 Millionen Euro bis 2020 für Bewachung und Betriebskosten an einem leeren Flughafenabschnitt.“

BER-Regierungsterminal steht leer

Das hochsichere und funktionale Interims-Regierungsterminal hat inklusive der Vorfeldflächen etwa 70 Millionen Euro gekostet. Es wurde im vergangenen Herbst an den Bund übergeben Die Regierung hat sich jedoch dafür entschieden, es bis zur Eröffnung des BER und gleichzeitiger Schließung Tegels – wo die Regierungsmaschinen gegenwärtig starten und landen – leer stehen zu lassen.

Für Terminal-Neubau am BER 5 Jahre Zeit

Das Übergangsterminal werde aus „funktionalen und planungsrechtlichen Gründen“ auch nicht in die Planung des neuen, endgültigen Regierungsflughafens einbezogen, dessen Bau Verträgen mit der Flughafengesellschaft zufolge spätestens fünfeinhalb Jahre nach Erstbezug der Interimslösung fertig sein muss.

Das Ziel wird in der Antwort der Bundesregierung klar formuliert: „Um den international üblichen protokollarischen Anforderungen gerecht zu werden, ist für das Empfangsgebäude als Visitenkarte der Bundesrepublik Deutschland eine angemessen repräsentative Gestaltung vorgesehen.“

Von Thoralf Cleven/RND