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Migranten und Asylsuchende aus Afghanistan auf Job- und Lehrstellensuche in Cottbus (Brandenburg).

EU-Kommission warnt vor Handel mit EU-Einbürgerungen

Die EU-Kommission klagt über fehlende Transparenz bei Einbürgerungen gegen Geld. Diese könnten eine Gefahr für die Sicherheit darstellen. Die Antragsteller würden oft nicht hinreichend überprüft.

Die Praxis einiger EU-Staaten, Ausländer gegen Geld einzubürgern, birgt nach einem Bericht der EU-Kommission erhebliche Risiken. Da die Antragsteller oft nicht ausreichend überprüft werden, könne die Sicherheit in der EU gefährdet werden, sagte ein EU-Diplomat in Brüssel.

EU-Justizkommissarin Vera Jourová will am Mittwoch den ersten umfassenden Bericht zu diesem Thema vorstellen. Sie sagte schon im vergangenen Jahr, sie verfolge die Entwicklung „mit großer Sorge“.

Drei Länder in der EU verleihen gegen entsprechende Investments in ihrem Land die Staatsbürgerschaft – Malta, Zypern und Bulgarien. Dadurch ermöglichen sie den Antragstellern Bewegungsfreiheit in der gesamten EU. Dem Diplomaten zufolge steigt auch das Risiko für Geldwäsche und Korruption. Zudem fehle es an Transparenz, nach welchen Kriterien die Staatsbürgerschaften vergeben werden.

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Gleich 20 EU-Staaten – unter ihnen Griechenland, Italien, Portugal und Großbritannien – vergeben gegen entsprechende Investitionen zudem Aufenthaltstitel, sogenannte goldene Visa. Auch hier beklagt die EU-Kommission dem Diplomaten zufolge fehlende Transparenz und eine Gefahr für die Sicherheit.

Von RND/dpa/ngo