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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier während einer Ordensverleihung zum Tag der Deutschen Einheit im Schloss Bellevue (Archivfoto).

Darum lieben Politiker Instagram so sehr

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist seit Neuestem in dem sozialen Netzwerk Instagram unterwegs. Und er befindet sich dort in bester Gesellschaft. Immer mehr Politiker entdecken die Foto-Community für sich. Das hat einen einfachen Grund.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat jetzt ein Profil in dem sozialen Netzwerk Instagram. Er wolle dort Einblicke nicht nur in seine Arbeit im Schloss Bellevue geben, wenn Staatsgäste dabei seien, sondern vor allem die Begegnungen mit „den vielen unterschiedlichen Menschen in den Städten, in den ländlichen Regionen“ mit seinen Followern teilen, sagte er am Montag in einer Videobotschaft. Der Clip wurde veröffentlicht, während der Präsident zu einer sechstägigen Südamerikareise nach Kolumbien und Ecuador aufbrach.

Neben Instagram hat Steinmeier ein Profil auf Facebook und eine offizielle Homepage. Im Gegensatz zu vielen anderen Politikern ist er aber nicht auf Twitter aktiv. Instagram gehört zum Facebook-Konzern und ist auf das Teilen von Fotos und Videos spezialisiert. Weltweit zählt die Plattform über eine Milliarde Nutzer – unter ihnen auch immer mehr Spitzenpolitiker.

„Bei Instagram ist es harmonischer“

Aus Deutschland etwa sind Bundeskanzlerin Angela Merkel, FDP-Chef Christian Lindner, CSU-Chef Markus Söder, Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht und SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil bei Instagram aktiv. Politiker schätzen das soziale Foto-Netzwerk vor allem aus einem Grund: es gibt dort weniger Hass als etwa bei Facebook oder bei Twitter.

„Bei Instagram ist es harmonischer“, sagt SPD-Generalsekretär Klingbeil. Er hat auf dem Dienst schon ganze Interviews gegeben. Nutzer konnten Fragen stellen, er hat mit kurzen Videoschnipseln geantwortet. Auf die Frage nach seiner Band, hat der begeisterte Musiker eine Gitarre abgefilmt und einen Song eingespielt. Er singt ihn selbst. „Ist gut angekommen“, sagt Klingbeil.

Auch Grünen-Chef Robert Habeck schätzt das Netzwerk sehr. Nach einer missglückten Formulierung in einem Video zog sich Habeck von Facebook und Twitter zurück, mit der Begründung, dass Hass, Böswilligkeit und Hetze in den Netzwerken seine negativen Seiten zum Vorschein bringen und ihn aggressiver, lauter und polemischer machten, als er selbst sein wolle. Instagram hingegen blieb Habeck treu. „Mit Instagram habe ich bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht, deshalb gab es keinen Grund, da raus zu gehen“, sagte er.

Instagram bietet Politikern offenbar etwas, das sie bei Facebook und Twitter nicht mehr bekommen: Gute Laune – und ein kleines bisschen Liebe.

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Von ani/dpa/RND