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Johannes-Wilhelm Rörig ist Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs.

Missbrauchsbeauftragter fordert mehr Druck im Kampf gegen Kinderschänder

Die Unionsfraktion im Bundestag beschließt ein Positionspapier mit Forderungen, um den Kampf gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern zu verbessern. Der unabhängige Missbrauchsbeauftragte Johannes-Wilhelm Rörig hat konkrete Erwartungen an Länder und Kommunen.

Der Unabhängige Bundesbeauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, hält das Positionspapier der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zur Bekämpfung sexueller Gewalt gegen Kinder für richtungsweisend. „Mit dem Papier wird endlich Dynamik in die weitere Bekämpfung von Kindesmissbrauch gebracht“, sagte Rörig dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Wichtig ist, dass die enthaltenen Forderungen jetzt möglichst schnell umgesetzt werden.“

Der Missbrauchsbeauftragte hob hervor, dass Bund, Länder und Kommunen gemeinsam daran arbeiten müssten, Schutzmaßnahmen an allen Tatorten zu verbessern. „Das Internet spielt eine große Rolle, aber auch Familien, Schulen, Kitas, Sportvereine oder Flüchtlingsunterkünfte“, so Rörig. „Hier sind seit Jahren finanzielle und personelle Verstärkungen notwendig.“

Datenschutz darf nicht über Kinderschutz stehen

Der Unabhängige Beauftragte unterstützt auch die Forderung der Union, die Verbindungsdatenspeicherung bei Providern im Kampf gegen den Kindesmissbrauch zu ermöglichen. „Datenschutz darf nicht über Kinderschutz stehen“, sagte Rörig dem RND. Er gehe davon aus, dass die SPD diesen Weg mitgehen werde.

Die Unionsfraktion will am heutigen Dienstag ihr Positionspapier „Sexuellen Kindesmissbrauch bekämpfen“ beschließen. Es enthält Vorschläge zur Verstärkung präventiver Maßnahmen und für schnellere Opferhilfen, aber auch Forderungen nach Gesetzesverschärfungen und mehr Möglichkeiten für Strafverfolger.

Von Thoralf Cleven/RND