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Japans Ministerpräsident Shinzo Abe (r.) hat US-Präsident Donald Trump nach dessen Worten für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Abe schlug Donald Trump für Friedensnobelpreis vor

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe hat Donald Trump für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen – auf Bitten der US-Regierung. Grund dafür ist Trumps Nordkorea-Politik. Der US-Präsident selbst sagt, er habe Abe für den Vorschlag gedankt. Und ihm gesagt: „Viele andere Leute sehen das auch so.“

Wegen seiner Nordkorea-Politik ist US-Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben vom japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen worden. „Ich denke, ich kann das sagen: Ministerpräsident Abe aus Japan hat mir die schönste Kopie eines Briefes gegeben, den er an die Leute geschickt hat, die etwas vergeben, was Friedensnobelpreis genannt wird“, sagte Trump am Freitag im Rosengarten des Weißen Hauses. „Er sagte, ich habe Sie nominiert.“

Er – Trump – habe Abe daraufhin gedankt und ihm gesagt: „Viele andere Leute sehen das auch so.“

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US-Regierung soll um Vorschlag gebeten haben

Trumps Regierung soll Abe um die Nominierung gebeten haben. Das schreibt die Zeitung „Asahi“ unter Berufung auf japanische Regierungskreise. Demnach soll die US-Regierung den japanischen Regierungschef nach dem Treffen von Trump mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un im Juni 2018 dafür ausgewählt haben. Abe soll der Bitte im Herbst nachgekommen sein.

Gipfel von Trump und Kim Jong Un steht bevor

Trump und Kim Jong Un kommen am 27. und 28. Februar in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi zu einem Gipfel zusammen – gut acht Monate nach ihrem ersten Spitzentreffen in Singapur.

Am Freitag lobte sich Trump für seine Bemühungen um eine Denuklearisierung Nordkoreas. Grund für Abes Vorschlag sei gewesen, dass früher nordkoreanische „Raketen über Japan geflogen“ seien. „Und wo sind wir jetzt?“, fragte Trump. „Keine Raketen, keine Atomtests.“

Inzwischen habe Trump eine sehr gute Beziehung zu Kim

Trump fügte mit Blick auf die Japaner hinzu: „Plötzlich fühlen sie sich gut, sie fühlen sich sicher. Ich habe das geschafft.“ Wegen seiner Verhandlungen mit Nordkorea sei er als „verrückt“ bezeichnet worden, seine Politik habe sich aber als erfolgreich herausgestellt.

Inzwischen habe er eine sehr gute Beziehung zu Kim. „Ich mag ihn sehr und er mag mich sehr.“ Unter dem früheren US-Präsidenten Barack Obama sei es dagegen fast zum Krieg mit Nordkorea gekommen.

Chancen auf den Friedensnobelpreis? Trump zweifelt selbst

Seine Chancen auf den Friedensnobelpreis sieht Trump dennoch nicht als besonders hoch an. „Ich werde ihn wahrscheinlich nie bekommen, aber das ist in Ordnung“, sagte er am Freitag. „Sie haben ihn Obama gegeben.

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Er wusste nicht einmal, wofür er ihn bekommen hat.“ Obama sei „ungefähr 15 Sekunden“ im Amt gewesen, als er im Jahr 2009 als Friedensnobelpreisträger verkündet worden sei.

Der südkoreanische Präsident Moon Jae In hatte sich im Frühjahr vergangenen Jahres dafür ausgesprochen, dass Trump wegen seiner Bemühungen im Nordkorea-Konflikt mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet werden sollte. Über einen entsprechenden Vorschlag Japans war bislang nichts bekannt.

Von RND/dpa/lf/jw