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Bundeskanzlerin Angela Merkel empfängt im Bundeskanzleramt «Prinzenpaare» aus allen Bundesländern –hier eine Tanzeinlage der Selleriegarde der Knoblochsländer Karnevalsgesellschaft Buchnesia 1954.

Die Narrenkappen übernehmen das Kanzleramt – und Merkel ist mittendrin

Beim Jahresempfang für die Karnevals-Prinzenpaare verrät Bundeskanzlerin Angela Merkel, wie sie mit Frotzeleien umgeht. Es ist auch eine Antwort auf die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer.

Durch die Halle des Kanzleramts schallt das Lied „Ach wär ich nur ein einzigmal ein schmucker Prinz“. Narrenkappen sind zu sehen, Pluderhosen, lange Federn auf golddurchwirkten Hüten und wallende Kleider.

Jede Menge Karnevalisten sind gekommen zu ihrem alljährlichen Jahresempfang bei der Regierungschefin.

15 Karnevals-Prinzenpaare aus verschiedenen Bundesländern sind gekommen zum alljährlichen Karnevalsempfang, dazu die tanzenden Prinzengarden in ihren Uniformjäckchen und mit Orden behängte Vereinshonoratioren sind zu Gast bei Angela Merkel, die vor allem für ihre Nüchternheit bekannt ist. Sie trägt Jackett, wie immer.

Spagat, Händeschütteln und ein Foto mit dem Prinzenpaar

Die Garden tanzen mit eisernem Lächeln. Die Karnevalssport-Meisterin Liana Wolf springt Salti im Spagat. Es gibt viel Händeschütteln, mit der Selleriegarde zum Beispiel. Und ein Foto mit jedem Prinzenpaar.

Außerdem hält Merkel eine kleine Rede. Sie ist oft im Zentrum von Karnevalsreden, vor zwei Tagen erst hat die neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer bei einem Auftritt als „Putzfrau Gretl“ bei der Narrenschau im saarländischen St. Ingbert gelästert, die Regierung habe im vergangenen Jahr herzlich wenig zustande gebracht.

Brauchtum im besten Sinne des Wortes

„Dass man im Karneval nicht nur miteinander, sondern auch übereinander lachen kann, das erfahren wir ja in der Politik oft genug“, sagt Merkel. „Aber wir tragen und ertragen es mit Humor. Und das fällt uns – ich kann auch sagen mir – relativ leicht.“

Schließlich sei Karneval Brauchtum im besten Sinne des Wortes. Er bringe mehr Farbe in den Alltag und verbinde Tradition und Innovation, weil er sich jedes Jahr mit neuen Musikstücken und Umzugswagen neu erfinde. Da ist es wieder ernst und nüchtern.

„Dass hier im Kanzleramt die Musik spielt, ist zumindest heute kaum zu überhören“, fügt Merkel noch hinzu. „Ach wär ich nur ein einzigmal ein schmucker Prinz“ zum Beispiel. Soll bloß keiner vom Machtverfall der Kanzlerin reden.

Einen Orden lässt sie sich dann noch umhängen. Immerhin.

Von vat./dpa/RND