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Mit der Online-Funktion des Personalausweises kann man inzwischen Behördengänge am Computer erledigen – nur kaum jemand tut’s.

Online-Funktion am Personalausweis floppt

Der deutsche Personalausweis hat inzwischen eine Online-Funktion. Neue Zahlen der Bundesregierung zeigen jedoch: Die neuen Möglichkeiten werden kaum genutzt. Nur ein Bruchteil der Bürger hat sich die notwendige Software beschafft. Die FDP wirft der Koalition schwere Versäumnisse vor.

Der Personalausweis mit Online-Funktion wird bisher kaum genutzt. Das geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Demnach verfügen inzwischen 60,6 Millionen Bürgerinnen und Bürger über einen Personalausweis im Scheckkartenformat. Bei etwa 23 Millionen ist die Online-Ausweisfunktion aktiviert. Die notwendige Software wurde bisher jedoch lediglich knapp zwei Millionen Mal heruntergeladen. Mit der Online-Funktion lassen sich verschiedene Behörden-Anfragen per Internet erledigen.

Der Bundestag berät an diesem Donnerstag über die Umsetzungsstrategie Digitalisierung der Bundesregierung.

FDP: Lichtjahre von Pionieren wie Dänemark entfernt

FDP-Experte Torsten Herbst wirft den zuständigen Ministerien schwere Versäumnisse vor. „Von einer digitalen und bürgerfreundlichen Verwaltung ist Deutschland immer noch Lichtjahre entfernt“, sagte der Bundestagsabgeordnete dem RND. „Während die digitale Verwaltung in anderen europäischen Ländern wie Estland oder Dänemark seit Jahren Standard ist, hat die Bundesregierung weder ein schlüssiges Konzept noch einen Überblick über die derzeitige Situation bei eGovernment-Dienstleistungen.“

Da sei es auch nicht verwunderlich, dass nur ein Bruchteil der Bürger ihren Ausweis online aktiviert habe oder über die Ausweis-App auf ihrem Handy verfüge: „Ohne ein entsprechendes Angebot sind diese Funktionen wertlos“, sagt Herbst.

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Von Rasmus Buchsteiner/RND