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Polizisten in Christchurch helfen einem Verletzten nach Schüssen in einer Moschee.

Angriffe auf Moscheen in Neuseeland – Mindestens 49 Tote

Im neuseeländischen Christchurch haben Angreifer das Feuer in zwei Moscheen eröffnet. Die Gläubigen waren gerade beim Freitagsgebet. Mindestens 49 Menschen starben. Die Polizei nahm vier Verdächtige fest. In einem langen Manifest schreibt einer der mutmaßlicher Täter über sein Motiv.

Nach den tödlichen Schüssen in zwei Moscheen in Christchurch hat die Polizei vier Menschen festgenommen. Es handele sich um drei Männer und eine Frau, teilten die neuseeländischen Beamten mit. Sie warnten die Leute vor einem Moscheebesuch und rieten dazu, zuhause zu bleiben.

Einer oder mehrere Angreifer hatten während der Freitagsgebete in zwei Moscheen das Feuer eröffnet. Mehrere Menschen wurden getötet, eine genaue Zahl war zunächst nicht bekannt. „Es ist eine sehr ernste und schwerwiegende Situation“, so die Polizei. Sie habe mehrere improvisierte Sprengkörper entschärft, die in einem Auto gefunden wurden. Neben den Festgenommenen gebe es nach bisherigem Erkenntnisstand keine weiteren Verdächtigen, so die Polizei.

Premier spricht von „terroristischer Attacke“

Premierministerin Jacinda Ardern sprach von „einem der schwärzesten Tage Neuseelands“. Es seien mindestens 49 Menschen getötet worden. Sie stufte den Angriff als Terrorakt ein. „Es ist klar, dass dies nur als terroristische Attacke beschrieben werden kann“, sagte sie am Freitag im Fernsehen.

Zuvor hatte schon Australiens Premierminister Scott Morrison diese Einschätzung geäußert. An der Attacke sei ein Australier beteiligt gewesen. Wörtlich sagte Morrison am Freitag: „Wir verurteilen diese Attacke, die von einem rechtsextremistischen gewalttätigen Terroristen begangen wurde, aufs Schärfste.“

„Sie gehören zu uns“

Ardern nannte einwanderungsfeindliche Ansichten als mögliches Motiv. Viele der Opfer hätten beschlossen, Neuseeland zu ihrem Zuhause zu machen, und „dies ist ihr Zuhause. Sie gehören zu uns. Die Person, die diesen Gewaltakt ausgeführt hat, gehört nicht zu uns“.

Die Polizei teilte keine Details zu den Festgenommenen mit. Ein Mann, der behauptet, verantwortlich zu sein, hat ein 74-Seiten langes Schreiben gegen Immigration im Internet verbreitet. Darin erklärt er, wer er ist, und welches die Gründe für seine Tat sind. Er sehe es als Terroranschlag an, heißt es darin.

Es handelt sich nach eigener Aussage um einen 28 Jahre alten Australier, der nur mit dem Ziel nach Neuseeland gekommen sei, den Angriff zu planen und auszuführen. Die Moscheen in Christchurch und im Vorort Linwood würden angegriffen. Sollte er es bis ins etwa 90 Kilometer entfernte Ashburton schaffen, würde er dort eine weitere Moschee angreifen, schrieb er.

Er teilte in dem Schreiben mit, er habe Neuseeland ausgewählt, weil es so abgelegen sei. Er habe zeigen wollen, dass es selbst in entlegensten Teilen der Welt „Massenmigration“ gebe.

„Ich habe überall tote Menschen gesehen“

Die meisten Opfer gibt es nach bisherigen Erkenntnissen in der Moschee Masdschid al-Noor. Augenzeuge Len Peneha sagte, er habe einen schwarz gekleideten Mann gesehen, der die Moschee Masdschid al-Noor in Christchurch betrat, dann habe er Dutzende Schüsse gehört und Menschen seien panisch aus der Moschee gerannt. Der Angreifer habe die Moschee anschließend verlassen und habe etwas, was wie eine halbautomatische Waffen aussehe, fallen gelassen. Dann sei er geflohen, ehe Einsatzkräfte den Ort erreichten.

Peneha, der seit fünf Jahren neben der Moschee wohnt, sagte, er sei anschließend in die Moschee gegangen, um zu helfen: „Ich habe überall tote Menschen gesehen. Drei waren im Gang am Eingang der Moschee, und es waren Menschen in der Moschee.“ Er habe fünf Menschen geholfen, sich bei ihm zuhause zu erholen.

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Der Angreifer sei weiß gewesen und habe einen Helm mit einem Gerät auf dem Kopf getragen, was ihm eine militärähnliche Erscheinung gegeben habe, sagte Peneha.

Der zweite Angriff fand laut dem „New Zealand Herald“ in der Masdschid Moschee im Vorort Linwood statt. Ein Zeuge, Mark Nichols, berichtete der Zeitung, er habe etwa fünf Schüsse gehört, und dass ein Besucher der Freitagsgebete die Schüsse erwidert habe. Er habe zwei Verletzte gesehen, die auf Tragen an seinem Geschäft vorbeigebracht wurden. Beide schienen am Leben zu sein.

Von RND/tap