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Die Staatsanwaltschaft Stuttgart prüft Ermittlungen in der Spendenaffäre von AfD-Chef Jörg Meuthen.

Groteske für Deutschland

Strohleute auf AfD-Chef Meuthens Spenderliste – die AfD-Spendenaffären werden immer grotesker. Und die Partei glaubt, sich mit Wortklaubereien und Schuldzuweisungen verteidigen zu können. Das geht nicht mehr lange gut, kommentiert Jan Sternberg.

 

 

Was unterscheidet die AfD noch von einer „Altpartei“? Die Spitzenkandidaten für die Europawahl, Jörg Meuthen und Guido Reil, stecken mitten in einer Spendenaffäre, die jeden Tag dubioser wird. Fraktionschefin Alice Weidel watet durch ihren eigenen Spendensumpf. Und die handelnden Personen tun so, als ginge sie es alles nichts an.

Jetzt kommt heraus, dass die Geldgeber für Meuthens Wahlkampf Strohleute bezahlt haben sollen, um wahre Spender zu vertuschen. Bei Weidel gibt es denselben Vorwurf. Die Partei sagt: Uns doch egal. Eigene Recherchen zur Herkunft des Geldes will man nicht anstellen. Das Problem läge allein bei den Firmen, die Spenden gesammelt und weitergeleitet hätten.

Noch funktioniert die Wagenburg AfD. Niemand will Parteichef Meuthen frontal angreifen, nicht vor der Europawahl. Und auch Fraktionschefin Weidel wird noch geduldet.

Im Laufe des Jahres aber könnte es für beide eng werden. Partei- und Fraktionsvorstand werden im Herbst neu gewählt. Ein schlechtes Ergebnis bei der Europawahl wird Meuthen weiter schwächen. Seine Gegner sammeln sich bereits. Weidel muss ebenfalls zittern. Die AfD könnte sich ein weiteres Mal häuten. Was wird sie dann für eine Partei sein?

Von Jan Sternberg/RND