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Venezuelas selbst ernannter Interimspräsident Juan Guaidó.

Guaidó kritisiert Ankunft russischer Militärflugzeuge in Venezuela

Zwei russische Militärflugzeuge sind am Wochenende in Venezuela gelandet. Russland sieht darin die normale Abwicklung laufender Abkommen. Venezuelas Interimspräsident Juan Guaidó fürchtet aber einen anderen Hintergrund.

Zwei russische Militärflugzeuge sind in Venezuela gelandet. Sprecher der russischen Botschaft in Caracas bestätigten der Moskauer Nachrichtenagentur Sputnik die Ankunft der beiden Maschinen. Es gehe um die normale Abwicklung laufender „technisch-militärischer“ Abkommen.

Nach venezolanischen Medien handelt es sich um eine Transportmaschine Antonow 124 und eine Iljuschin 62, die 99 Militärs und eine Fracht von 35 Tonnen an Bord führten.

Die russische Delegation stehe unter der Leitung des Stabschefs der Landstreitkräfte Russlands, Wassili Tonkoschkurow, berichtete der venezolanische Fernsehsender NTN24.

Guaidó kritisiert Ankunft der Militärflugzeuge

Venezuelas selbst ernannter Übergangspräsident Juan Guaidó hat die Ankunft der Militärflugzeuge kritisiert. „Sie sagen, die Streitkräfte würden die Souveränität verteidigen, und bringen ausländische Soldaten“, schrieb der führende Oppositionspolitiker auf Twitter.

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Staatschef Nicolás Maduro hatte am Mittwoch angekündigt, Russland werde in den folgenden Tagen „mehrere Tonnen Medikamente“ nach Venezuela entsenden.

Ein gemeinsames Militärmanöver der russischen und venezolanischen Streitkräfte in dem südamerikanischen Land war in Dezember auf scharfe Kritik gestoßen. Vor allem die Verlegung von zwei atomwaffenfähigen Langstreckenbombern vom Typ Tu-160 nach Venezuela löste Besorgnis unter anderem in der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) aus.

Russland und China unterstützen Maduro

Russland und China gehören zu den Staaten, die die Regierung Maduros in der politischen und humanitären Krise in Venezuela weiterhin unterstützen. Deutschland, die USA, zahlreiche EU-Staaten und viele lateinamerikanische Länder haben indessen den vor zwei Monaten selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó anerkannt.

In Venezuela tobt seit Monaten ein heftiger Machtkampf. Präsident Nicolás Maduro hatte im Januar nach einer umstrittenen Wahl eine zweite Amtszeit angetreten. Parlamentspräsident Guaidó erklärte sich daraufhin zum Übergangspräsidenten.

Die USA, zahlreiche europäische sowie lateinamerikanische Staaten haben ihn als Interimsstaatschef anerkannt. Maduro kann unter anderen auf die Unterstützung von Russland, China, der Türkei und Kubas zählen.

Von RND/dpa/epd/lf