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Ein Polizist mit Maschinenpistole (Symbolbild).

Haftbefehl gegen sechs Personen nach Anti-Terror-Razzia

Sie sollen einen Anschlag unter Einsatz eines Fahrzeugs und Schusswaffen geplant haben: Sechs Personen sind nach einer Anti-Terror-Razzia in Untersuchungshaft. Die Behörden führen den Zugriff auf verdeckte Ermittlungen zurück.

Nach den Anti-Terror-Durchsuchungen in der islamistischen Szene im Rhein-Main-Gebiet am Freitag sitzen sechs Tatverdächtige in Untersuchungshaft.

Darunter sind zwei 31 Jahre alte Brüder aus Wiesbaden und ein 21-Jähriger aus Offenbach, wie die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft, Nadja Niesen, am Montag weiter sagte. Ihnen wird nach Angaben Niesens Terrorismusfinanzierung und das Verabreden zu einem Verbrechen zur Last gelegt. Zuvor hatten Medien darüber berichtet.

Bei den Durchsuchungen in Hessen und Rheinland-Pfalz waren zunächst elf Menschen festgenommen worden. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft sollen die Tatverdächtigen gemeinsam geplant haben, einen Anschlag unter Einsatz eines Fahrzeugs und Schusswaffen zu verüben. Dabei sollten so viele „Ungläubige“ wie möglich getötet werden.

Lesen Sie auch die Erstmeldung: Terror-Razzia: Brüder sollen Anschlag geplant haben

Verdeckte Ermittlungen hätten auf die Spur der Beschuldigten geführt, hieß es am Freitag. Bei den Hauptverdächtigen handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um deutsche Staatsangehörige. Die Behörde machte keine Angaben darüber, wie weit die Anschlagspläne gediehen waren.

Schwerpunkt der hessischen Salafistenszene

Das Rhein-Main-Gebiet gilt als einer der Schwerpunkte der hessischen Salafistenszene. Durchsuchungen und Razzien im Zusammenhang mit radikalem Islamismus hatte es bereits in den vergangenen Jahren mehrfach gegeben.

Das Hessische Landesamt für Verfassungsschutz schätzte die Zahl der Islamisten in Hessen in seinem Jahresbericht für 2017 auf 4170, darunter 1650 Salafisten.

Im vergangenen August war in Berlin ein 31 Jahre alter Mann tschetschenischer Herkunft festgenommen worden, der einen Sprengstoff-Anschlag vorbereitet haben soll.

Im Dezember 2018 hatte die Polizei in Mainz einen 26 Jahre alten Syrer festgenommen, der dringend verdächtigt wurde, sich an Vorbereitungen eines terroristischen Anschlags in den Niederlanden beteiligt zu haben. In Deutschland war er bis dahin nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten.

Von RND/dpa/ngo