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Eine leere Wohnung, die man zu einem vertretbaren Preis mieten kann – das wünschen sich viele.

Tausch von Wohnungen: Mieterbund plädiert für Änderung des Mietrechts

Grünen-Chef Robert Habeck hatte im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland vorschlagen, dass Mieter Wohnungen zu den bisherigen Konditionen tauschen könnten. Der Deutsche Mieterbund stimmt ihm zu, dämpft aber zu hohe Erwartungen.

Der Geschäftsführer des Deutschen Mieterbundes, Ulrich Ropertz, plädiert für eine Änderung des Mietrechts, um den Tausch von Wohnungen zu ermöglichen – unter Beibehaltung der bisherigen Quadratmeterpreise. „Ich würde mir eine entsprechende Änderung wünschen“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Denn bisher kann man private Eigentümer nicht zwingen, auf entsprechende Tauschangebote einzugehen – geschweige denn den Preis dafür vorgeben. Das ginge nur mit einer Änderung des Mietrechts.“

Bisher verlassen manche vor allem ältere Mieter ihre zu großen Wohnungen nicht, weil kleinere Wohnungen nach einer Neuvermietung zuweilen noch teurer sind.

Skeptisch gegen Mietobergrenzen

Ropertz warnte allerdings vor zu hohen Erwartungen. Denn landeseigene Wohnungsunternehmen in Berlin und Nordrhein-Westfalen böten entsprechende Tauschbörsen bereits an. Dabei gebe es mehr Interesse an den großen als an den kleinen Wohnungen, und insgesamt seien die Tauschbörsen eher mäßig nachgefragt. „Bisher sind Tauschbörsen keine Erfolgsmodelle.“

Ropertz reagierte damit auf einen Vorschlag des Grünen-Vorsitzenden Robert Habeck. Im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland hatte er gesagt, dass zum Beispiel viele alte Leute in zu großen Wohnungen wohnen würden, „die sie nur deshalb nicht verlassen, weil eine kleinere Wohnung bei einer Neuvermietung teurer wäre“. „Wie wäre es denn, wenn die Rentnerin ihren Mietvertrag mit der jungen Familie tauschen und man in den Mietvertrag eines anderen eintreten könnte?“, so Habeck in dem Interview.

Eine von Habeck ebenfalls vorgeschlagene absolute Mietpreisbegrenzung kann sich der Geschäftsführer des Mieterbundes nach eigenen Worten nur „schwer vorstellen“. Denn die Mieten seien extrem unterschiedlich – nicht nur zwischen Stadt und Land, sondern auch innerhalb großer Städte. Nötig und möglich sei jedoch, die bestehende Mietpreisbremse nach zu justieren.

Von Markus Decker/RND