Aktuell
Home | Nachrichten | Politik | Empörung über Zwangsarbeiter – Bahlsen zieht Konsequenzen
Verena Bahlsen hat mit Äußerungen über Zwangsarbeiter Aufsehen erregt. Quelle: Monika Skolimowska/ZB/dpa

Empörung über Zwangsarbeiter – Bahlsen zieht Konsequenzen

Die Äußerungen von Verena Bahlsen über Zwangsarbeitern im zweiten Weltkrieg hat empörte Reaktionen hervorgerufen. Die Unternehmenserbin entschuldigte sich bereits. Der Kekshersteller teilte nun jedoch mit, weitere Konsequenzen zu ziehen.

Der Kekshersteller Bahlsen zieht Konsequenzen aus den aktuellen Diskussionen um die Behandlung seiner Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg und wird deren Rolle wissenschaftlich aufarbeiten lassen. Der Göttinger Professor Manfred Grieger sei beauftragt, dazu ein unabhängiges Expertengremium zusammenzustellen, teilte die Gruppe am Donnerstag in einer Erklärung mit.

Am Vortag hatte sich Unternehmenserbin Verena Bahlsen für ihre Aussagen zu Zwangsarbeitern bei dem Kekshersteller entschuldigt. In einer Erklärung sprach sie von unbedachten Äußerungen sowie einem Fehler.

Bahlsen-Erbin will sich intensiv mit der Historie beschäftigen

Sie hatte der „Bild“-Zeitung zuvor gesagt: „Das war vor meiner Zeit und wir haben die Zwangsarbeiter genauso bezahlt wie die Deutschen und sie gut behandelt.“ Die Bemerkung hatte in den sozialen Medien empörte Reaktionen hervorgerufen.

Lesen Sie auch: Verena Bahlsen: Viel Widerspruch und eine Einladung in NS-Dokumentationszentrum

Bahlsen schrieb in der Erklärung weiter: „Nichts liegt mir ferner, als den Nationalsozialismus und seine Folgen zu verharmlosen.“ Sie habe auch erkannt, dass sie sich intensiver mit der Historie des Unternehmens, dessen Namen sie trägt, beschäftigen müsse.

„Als Nachfolgegeneration haben wir Verantwortung für unsere Geschichte; ich entschuldige mich ausdrücklich bei all denen, deren Gefühle ich verletzt habe.“

Lesen Sie auch: Wie erging es NS-Zwangsarbeitern wirklich?

Von RND/dpa/ngo

Verena Bahlsen hat mit Äußerungen über Zwangsarbeiter Aufsehen erregt.