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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Wolodymyr Selensky, Präsident der Ukraine, beantworten im Bundeskanzleramt während einer Pressekonferenz Fragen von Journalisten. Quelle: Wolfgang Kumm/dpa

Angela Merkel: So erklärt die Kanzlerin ihr Zittern

Beim Empfang des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor dem Bundeskanzleramt in Berlin hat Kanzlerin Angela Merkel einen Zitteranfall erlitten. Bei einer Pressekonferenz kurz darauf wirkte sie wieder gefasst – und liefert eine Erklärung. Hier gibt es das Video zu dem Vorfall.

Es ist eine ungewöhnliche Szene am Dienstagmittag im Ehrenhof des Kanzleramts – auf manche wirken die Bilder ziemlich dramatisch. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei dem Empfang des neuen ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf dem ganzen Körper unkontrolliert gezittert.

Während sie am Dienstag gemeinsam mit Selenskyj auf das Abschreiten der Ehrenformation der Bundeswehr wartete, begannen während der Nationalhymne zuerst ihre Beine und dann ihr ganzer Körper heftig zu zittern. Als sie mit dem Präsidenten dann die Formation abschritt, hatte sich das Zittern sichtbar wieder gelegt.

Merkel sagte bei einer Pressekonferenz mit Selenskyj, sie habe inzwischen drei Gläser Wasser getrunken – das habe ihr offenbar gefehlt. Wie man sehe, gehe es ihr wieder sehr gut. Selenskyj sagte, er habe bei dem Vorfall neben Merkel gestanden. Er ergänzte: „Sie war in voller Sicherheit.“

Die Kanzlerin hatte schon früher ein solches Zittern gezeigt – auch damals war als Ursache Wassermangel bei großer Hitze genannt worden.

2014 hatte Merkel am Vorabend des CDU-Parteitags eine Interview-Äußerung mit dem ZDF abbrechen müssen. „Die Bundeskanzlerin fühlte sich einen Augenblick lang nicht wohl, hat dann etwas gegessen und getrunken und die Interviews anschließend fortgesetzt“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert damals.

Grundsätzlich allerdings hat die Kanzlerin den Ruf, über eine beinahe unverwüstliche Physis zu verfügen. Ihr Durchhaltevermögen bei nächtlichen Marathonsitzungen ist so berühmt wie berüchtigt.

Merkel: „Mir geht es sehr gut“

Auf die Reporterfrage, ob sich die Bürger Gedanken über ihren Gesundheitszustand machen müssten, gibt sich die Kanzlerin entspannt. „Ich hab’ inzwischen mindestens drei Gläser Wasser getrunken, das hat offensichtlich gefehlt. Und insofern geht es mir sehr gut“, versucht Merkel, die Öffentlichkeit zu beruhigen.

Arzt zu Merkel: „Stehen in der Hitze ist das Schlimmste“

Und Selenskyj setzt kurz darauf charmant hinzu: „Was Frau Merkel anbelangt, so stand ich neben ihr. Und glauben Sie mir: Sie war in voller Sicherheit“, übersetzt die Dolmetscherin.

Russische Medien schlachteten den Zitteranfall von Merkel übrigens teilweise mit hämischem Unterton aus. Das Staatsfernsehen veröffentlichte einen Videoclip unter dem Titel: „Beim Treffen mit Selenskyj fing Merkel an zu zittern.“ Das kremlnahe Klatschportal life.ru schrieb zum Clip: „Merkel bebte beim Treffen mit Selenskyj wie nach einem Stromschlag.“ Als dagegen der russische Präsident Wladimir Putin unlängst nach einem Eishockey-Spiel über einen roten Teppich in der Arena stolperte und frontal auf den Boden klatschte, zeigten das russische Staatsmedien nicht.

Von RND/dpa