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Bei der Kollision zweier Kampfjets über Mecklenburg-Vorpommern haben beide Piloten nach Angaben der Luftwaffe ihre Schleudersitze noch ausgelöst. Quelle: Ostseewelle Hitradio/dpa

So funktionieren Schleudersitze in Kampfjets

Bei ihrer Kollision über Mecklenburg-Vorpommern konnten sich beide „Eurofighter“-Piloten mit ihren Schleudersitzen aus ihren Maschinen befreien. Eine Technik, die Leben retten kann – allerdings nicht in jedem Fall. Aber wie funktioniert ein Schleudersitz?

Berlin. Diese Sitze können die Besatzungen innerhalb von Sekundenbruchteilen aus dem Cockpit schießen, danach schweben sie am Fallschirm zu Boden.

Schleudersitze wurden mit dem Aufkommen der ersten extrem schnellen Strahlflugzeuge entwickelt. Denn anders als Besatzungen von langsameren Propellerflugzeugen droht Jet-Piloten bei einem Notausstieg ein Zerschmettern am steil aufragenden Seitenruder. Der erste Schleudersitz war allerdings eine deutsche Erfindung aus dem Jahr 1938 – betrieben wurden sie zunächst noch durch Pressluft.

Ausgelöst werden Schleudersitze in Kampfflugzeugen heute durch auffällig schwarz-gelb gestreifte Schlaufen zwischen den Beinen der Besatzung. Nach dem Abwerfen oder -sprengen des Kabinendaches schießt ein Sprengsatz die Sitze samt Piloten in Sicherheit. Durch die enorme Beschleunigung wirken dabei extrem hohe Kräfte auf den Organismus der Piloten. Doch nicht immer haben die Piloten dadurch eine Überlebenschance, wie der aktuelle Fall zeigt: Einer der Piloten starb.

Im Eurofighter sind nach Industrieangaben Mk16-Sitze des renommierten britischen Herstellers Martin Baker eingebaut, der mit seinen Produkten weltweit 93 Luftwaffen beliefert. Er gibt auf seiner Homepage eine Bilanz von 7607 Menschen an, die durch seine Produkte gerettet wurden. Der erste Pilot wurde vor 70 Jahren in Sicherheit katapultiert.

Von RND/dpa/man