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Der ehemalige Berliner Finanzsentor Thilo Sarrazin. Quelle: Michael Kappeler/dpa

Thilo Sarrazin: „Nein, ich habe der SPD nicht geschadet“

Die SPD kann Thilo Sarrazin aus der Partei ausschließen, hat das Schiedsgericht entschieden. Der umstrittene Politiker hat bereits angekündigt, Berufung einzulegen. Er selbst sagt nun in einem Interview, er habe der SPD nicht geschadet.

Berlin. Nach der Entscheidung des Parteigerichts, dass die SPD Thilo Sarrazin aus der Partei ausschließen kann, wehrt sich der wegen seiner Islam-Thesen umstrittene Politiker in einem Interview gegen den Vorwurf, er habe der SPD geschadet.

„Nein, ich habe der SPD nicht geschadet! Geschadet hat der SPD, dass sie sich vor Problemen versteckt. Und das schadet ihr bis heute“, sagte Sarrazin im Gespräch mit der „Bild“-Zeitung. Sein Buch „Feindliche Übernahme“, das als Begründung für den möglichen Ausschluss gilt, sei eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Islam, betont der frühere Finanzsenator von Berlin. „Da wird niemand in irgendeine Ecke gestellt. Darüber muss man kritisch reden können.“

Dass die SPD ihn ausschließen wolle, sei sehr emotional für ihn, schließlich sei er seit 45 Jahren Mitglied der Partei – und das wolle er auch bleiben. Sarrazin und sein Anwalt hatten bereits kurz nach der Entscheidung angekündigt, in Berufung gehen zu wollen.

Als Sarrazin in dem Interview auf das Angebot der AfD, dort Mitglied zu werden, angesprochen wird, entgegnet er nur: „Ich bin Mitglied der SPD und werde dort auch weiterhin meine Positionen vertreten.“

Während der Politiker die Entscheidung des Schiedsgerichts nicht akzeptieren mag, haben Parteivertreter die Entscheidung dagegen gelobt. „Ich begrüße diese Entscheidung ausdrücklich“, sagte etwa Generalsekretär Lars Klingbeil. Und Juso-Chef Kevin Kühnert nannte das Urteil gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) eine Genugtuung. Auch aus den SPD-Landesverbänden kam Zustimmung.

Lesen Sie hier, was Kevin Kühnert zu der Entscheidung sagt.

Von RND/das/dpa