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Pakistans Premierminister Imran Khan. Quelle: imago images / ITAR-TASS

Pakistan sichert Bewohnern im indischen Teil Kaschmirs Hilfe zu

In Islamabad hat die Abschaffung des Sonderstatus für den indisch kontrollierten Teil Kaschmirs Empörung ausgelöst. Pakistans Premier warnt vor einem etwaigen Angriff Indiens in der Himalaya-Region.

Muzaffarabad. Der pakistanische Premierminister Imran Khan hat den Einwohnern im indischen Teil Kaschmirs Hilfe im Kampf für ihr Selbstbestimmungsrecht zugesagt. In einer Stellungnahme zum pakistanischen Unabhängigkeitstag verurteilte Khan am Mittwoch den Schritt der indischen Regierung, den Sonderstatus Kaschmirs aufzuheben. Außerdem warnte er vor einem möglichen Angriff Indiens auf den von Pakistan kontrollierten Teil Kaschmirs.

Sein Land habe glaubwürdige Geheimdienstinformationen dazu, dass Indien womöglich einen Angriff starten könne, um von Menschenrechtsverstößen im indischen Teil abzulenken. Pakistan sei bereit zu einer Antwort, warnte Khan bei einer Parlamentsrede im pakistanischen Teil Kaschmirs.

Er werde seine diplomatischen Anstrengungen für die Region verstärken, kündigte Khan an. Indiens Handlungen in der umstrittenen Region sollten offengelegt werden. Derweil bestellte das pakistanische Außenministerium einen indischen Diplomaten ein, weil ein Zivilist durch Schüsse von indischer Seite in Kaschmir ums Leben gekommen ist. Der 38-jährige Dorfbewohner sei durch „einen nicht provozierten Bruch der Feuerpause durch indische Truppen auf der pakistanischen Seite von Kaschmir“ ums Leben gekommen, gab das Ministerium am Mittwoch bekannt.

In dem umstrittenen Gebiet kommt es häufiger zu Schusswechseln zwischen indischen und pakistanischen Kräften. Es handelte sich nun allerdings um den ersten toten Pakistaner, seit Indien am 5. August den Sonderstatus aufhob.

Der Sonderstatus gab dem indisch verwalteten Teil Kaschmirs eine eigene Verfassung und die mehrheitlich muslimischen Bewohner hatten eine Reihe von Vorrechten. Zudem war Jammu und Kaschmir bislang ein eigenes Unionsland, soll nun aber aufgeteilt in zwei Territorien direkt Neu Delhi unterstellt werden. Indien und Pakistan beanspruchen das Gesamtgebiet Kaschmir als Ganzes für sich und haben deswegen bereits zwei Kriege gegeneinander geführt.

Indien hat nach der Aufhebung des Sonderstatus scharfe Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um gewaltsame Proteste zu verhindern. Trotzdem kam es täglich zu Demonstrationen und Zusammenstößen.

Pakistan hat eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates zu Kaschmir beantragt und Indien vorgeworfen, sein Vorgehen könne zu ethnischen Säuberungen und Völkermord führen.

RND/AP