Aktuell
Home | Nachrichten | Politik | Ministerflüge mit Hubschraubern: Fehler im System
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fliegt mit einem Hubschrauber zur ersten Nationalen Luftfahrtkonferenz nach Leipzig. Foto: Jan Woitas/dpa Quelle: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Ministerflüge mit Hubschraubern: Fehler im System

Ausgerechnet für klimaschädliche Hubschrauberflüge fehlen der Bundesregierung notwendige CO2-Zertifikate. Kanzlerin Merkel sollte den Fehler im System dringend beseitigen, wenn sie glaubwürdig bleiben will, findet Jörg Köpke.

Berlin. Bundeswehr und Hubschrauber – das ist eine lange Geschichte. Pleiten, Pech und Pannen erschüttern immer wieder die Helikopter-Flotte der Truppe – bis hin zu tragischen Abstürzen. Fast verzweifelt klagte zuletzt Generalinspekteur Eberhard Zorn: „Ich will einen Hubschrauber, der fliegt.“ Von 53 Kampfhubschraubern vom Typ Tiger war im vergangenen Jahr nur etwa jeder vierte einsatzbereit.

Doch selbst wenn sie denn mal fliegen, gibt es Ärger. Hubschrauber zählen zu den klimaschädlichsten Transportmitteln der Bundeswehr. Die Bundesregierung hat sich eigentlich dazu verpflichtet, sämtliche Dienstreisen ihrer Mitglieder klimaneutral zu gestalten. Doch genau das tut sie nicht, wenn sie für ein Drittel der Helikopterflüge von Kanzlerin und Kabinettsmitgliedern keine CO2-Zertifikate erwirbt.

Regierung verstößt gegen Vorgaben aus dem Bundesumweltministerium

Jeder Pauschalurlauber kann inzwischen per Knopfdruck im Internet für seine Reise im Billigflieger ein solches Zertifikat kaufen. Nur das Bundesverteidigungsministerium ist dazu offenbar nicht in der Lage – und verstößt damit gegen Vorgaben aus dem Bundesumweltministerium.

Will Angela Merkel, die sich gern das Etikett der Klimakanzlerin anheftet, glaubwürdig erscheinen, sollte sie den Fehler im System dringend beheben. Und wenn sie schon mal dabei ist, könnte sie vielleicht auch schauen, wie es um die Umweltverträglichkeit von uralten Panzern, Fregatten und Kampfjets bestellt ist.

Von Jörg Köpke/RND