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Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif war am Sonntag überraschend beim G7-Gipfel in Biarritz eingetroffen.

Trump: Macron hat Besuch von iranischem Außenminister mit mir abgesprochen

Während der Konflikt zwischen den USA und dem Iran seit Wochen schwelt, ist zum G7-Gipfel in Biarritz am Sonntag überraschend der iranische Außenminister Sarif eingetroffen. US-Präsident Trump hatte sich erst geweigert, die Ankunft von Sarif zu kommentieren. Nun sagt er, der Besuch sei mit ihm abgesprochen gewesen.

Biarritz. Der französische Präsident Emmanuel Macron hat den Besuch des iranischen Außenministers Mohammed Dschawad Sarif in Biarritz nach Angaben von US-Präsident Donald Trump mit ihm abgesprochen. Trump sagte am Montag beim G7-Gipfel in dem französischen Badeort, Macron habe ihn vorab gefragt und seine Zustimmung zu der Einladung gehabt.

Auf die Frage, ob er die Einladung als respektlos empfunden habe, sagte Trump: „Nein, nein, nein.“ Die USA sehen den Iran als Feind. Trump hatte Sarif Ende Juli auf die US-Sanktionsliste setzen lassen. Sarif war am Sonntag zu einem völlig überraschenden Besuch nach Biarritz gekommen und hatte Macron getroffen. Dort findet seit Samstag der Gipfel der sieben führenden Wirtschaftsmächte (G7) USA, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Japan, Kanada und Italien statt.

Trump hatte das Atomabkommen mit dem Iran einseitig aufgekündigt, weil es aus seiner Sicht nicht weitreichend genug ist. Die Europäer wollen an dem Vertrag festhalten. Trump sagte am Montag, ein neues Abkommen müsse langfristiger angelegt sein und unter anderem auch ballistische Raketen umfassen. Trump stellte dem Iran – ähnlich wie bei seinen Gesprächen mit Nordkorea – im Fall von erfolgreichen Verhandlungen wirtschaftliche Entwicklung in Aussicht. Er sagte: „Sie müssen mit dem Terrorismus aufhören.“

Der iranische Präsident will mehr Diplomatie

Der iranische Präsident Hassan Ruhani plädierte im Konflikt mit den USA für Diplomatie. „Wenn mir klar ist, dass ich mit einem Treffen die Probleme der Iraner lösen könnte, dann werde ich das defintiv tun“, sagte Ruhani am Montag. Widerstand gegen die Weltmächte alleine bringe nichts, die Regierung sollte gleichzeitig für alle Probleme nach Lösungen suchen. „Dazu gehört nun mal auch Diplomatie, solange es den nationalen Interessen dient“, sagte Ruhani.

Verhandlungen können laut Ruhani niemals einen hundertprozentigen Erfolg erzielen, „aber auch 20 Prozent sind besser als nichts“. Er verteidigte daher auch den Blitzbesuch Sarifs in Biarritz. „Das war nach Absprache und im Einklang mit unserer aktiven Diplomatie.“

RND/dpa