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Eine Frau lässt sich freiwillig impfen. Quelle: imago images / Westend61

Gesundheitskommissar der EU: Impfen notfalls zur Pflicht machen

Die Europäische Union will sich nicht länger mit sinkenden Impfraten abfinden. Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis regt nun einen verpflichtenden Impfschutz an. Der Litauer argumentiert, die europäische Politik dürfe das Recht von Kindern auf Leben nicht einfach ignorieren.

Brüssel. EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis plädiert für eine Impfpflicht in Ländern mit sinkenden Impfraten. „Wenn man sich das epidemiologische Bild anschaut und sieht, dass man keine Chance auf einen raschen umfassenden Impfschutz hat, sollte man es verpflichtend machen“, sagte Andriukaitis der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. „Das macht wissenschaftlich absolut Sinn.“

Der Litauer fügte hinzu, Kinder hätten das Recht zu leben, das könne man nicht ignorieren: „Wenn Eltern das nicht verstehen, müssen wir uns fragen, wer Verantwortung übernimmt. Natürlich ist das Parlament verantwortlich und die Regierung.“ Nicht nötig sei eine Pflicht in Ländern wie den Niederlanden, in denen auf freiwilliger Basis hohe Impfraten erzielt würden.

Andriukaitis äußerte sich aus Anlass des Brüsseler Impfgipfels am Donnerstag. Damit will die EU-Kommission gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation gegen Impfmüdigkeit und Impfskepsis in Europa angehen. Andriukaitis sagte, die Zurückhaltung vieler Menschen in Impffragen sei eine Herausforderung mit vielen Facetten. Auf dem Kongress wolle man auch die Ursachen besprechen.

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Im Zentrum der Impfdebatte stehen die Masern, die als relativ leicht vermeidbar gelten und sich dennoch in Europa wieder ausbreiten. Die WHO hatte in der Region Europa im ersten Halbjahr 2019 rund 90 000 Fälle registriert. Das waren bereits mehr als die 84 462 Fälle im gesamten Jahr 2018.

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RND/cle/dpa