Donnerstag , 21. November 2019
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Halle: Zwei Menschen stehen vor Kerzen und Blumen vor der Synagoge. Bei Angriffen mitten in Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt sind gestern vor einer Synagoge und in einem Dönerimbiss zwei Menschen erschossen worden. Quelle: Hendrik Schmidt/dpa

Vater von Halle-Täter Stephan B.: „Es kam immer wieder zu Streit“

Ein Rechtsextremist hat in Halle eine Synagoge angegriffen und zwei Menschen getötet. Der Generalbundesanwalt will noch am Donnerstag Haftbefehl gegen den Attentäter beantragen. Jetzt äußert sich dessen Vater und berichtet über das schwierige Verhältnis zu seinem Sohn.

Halle. Der mutmaßliche Todesschütze von Halle, Stephan B., wurde in Eisleben (Sachsen-Anhalt) geboren. Er soll nach Angaben eines Nachbarn seines Vaters eine Wohnung in Halle haben. Demnach sei der 27-Jährige vor rund zehn Jahren aus dem Haus seines Vaters in Helbra im Landkreis Mansfeld-Südharz ausgezogen. Dieser äußerte sich nun gegenüber der „Bild“-Zeitung über seinen Sohn.

Er sei ein Eigenbrötler gewesen, der häufig vor dem Computer saß. „Er war weder mit sich noch mit der Welt im Reinen, gab immer allen anderen die Schuld,“ zitiert die „Bild“-Zeitung den Vater. Der 27-Jährige habe kaum Freunde gehabt und stattdessen viel Zeit im Internet verbracht. „Der Junge war nur online.“

Auch er selbst hatte ein schwieriges Verhältnis zu seinem Sohn. „Es kam immer wieder zu Streit, meine Meinung zählte nicht. Ich komme nicht mehr an ihn ran“, zitiert ihn die „Bild“ weiter.

Vater: Mein Sohn war bei der Bundeswehr

Stephan B. war am Mittwoch als mutmaßlicher Täter festgenommen worden. Er hatte nach Angaben aus Sicherheitskreisen gegen Mittag versucht, die Synagoge in Halle mit Waffengewalt zu stürmen. Nachdem das scheiterte, soll er in der Stadt zwei Menschen erschossen und mindestens zwei weitere verletzt haben.

Dem „Bild“-Bericht zufolge hatte Stephan B. nach dem Abitur zwei Semester Chemie studiert, habe das Studium aber wegen Krankheit abgebrochen. Einer Nachbarin zufolge soll er zuletzt als Rundfunktechniker gearbeitet haben. Der Vater berichtete, sein Sohn sei zwar bei der Bundeswehr gewesen, habe aber keine Spezialausbildung gehabt.

Den Sicherheitsbehörden war der mutmaßliche Täter bislang wohl nicht als Rechtsextremist aufgefallen. Die Bundesanwaltschaft will noch am Donnerstag beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs Antrag auf Erlass eines Haftbefehls gegen ihn stellen. Das teilte die Behörde mit.

RND/ak/dpa