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Der Attentäter von Halle sieht sich zwar offenbar als Rassist und Antisemit, jedoch nicht als Nazi. Quelle: Silas Stein/dpa

Attentäter von Halle besaß wohl 45 Sprengvorrichtungen

Zum Attentäter von Halle sind neue Details bekannt geworden. Einem Bericht zufolge besaß Stephan B. 45 Sprengvorrichtungen, darunter Rohrbomben und Handgranaten. Deutschland sucht im Zuge der Ermittlungen derweil offenbar Hilfe in den USA.

Halle. Der Attentäter von Halle, Stephan B., hat 45 „Sprengvorrichtungen“ wie Rohrbomben und Handgranaten besessen. Sie werden derzeit kriminaltechnisch untersucht. Das berichtet WELT unter Berufung auf Ermittlerkreise. Der Tatverdächtige hat angegeben, die mitgeführten Waffen und Munition sowie den Eigenbau selbst organisiert zu haben. Woher das Geld stammt, um sich dieses Waffenarsenal zu besorgen, wird derzeit noch ermittelt. Auffällig sei, dass auf dem Konto von B. kaum Eingänge verzeichnet seien.

Die Waffen hat B. seinen Auskünften zufolge im Internet bestellt. Nach Einschätzung von Ermittlern hatte die selbstgebaute Waffe, mit der B. auf die Eingangstür der Synagoge in Halle schoss nicht die gleiche Durchschlagswirkung wie eine konventionelle Waffe. Das sei der Grund dafür, dass die Tür dem Angriff von B. am 9. Oktober standhalten konnte.

Inzwischen hat Deutschland nach WELT-Informationen an die USA Rechtshilfeersuchen gerichtet, um Informationen von amerikanischen Betreibern von Internet-Plattformen im Zusammenhang mit Halle zu erhalten. Grund sind Nutzer, die den ins Netz gestellten Livestream der Tat verfolgt hatten. Dabei soll es sich laut Ermittlern um einen europäischen Account und zwei aus Übersee handeln.

Stephan B.: „Kein Nazi“

Bei den Vernehmungen soll . gesagt haben, dass er ein Rassist und Antisemit sei, „aber kein Nazi.“ Er sei ein Einzelgänger und „nicht-sozialer Mensch“, der so gut wie keine Kontakte zu anderen Menschen unterhalten habe. Allerdings gilt Halle nach Einschätzung des Bundesamtes für Verfassungsschutz als ein „Hotspot“ der Identitären Bewegung und der rechten Szene. Ob B. mit ihnen in irgendeiner Form in Verbindung stand, wird noch untersucht.

B. wollte sich für mehrere Jahre als Soldat bei der Bundeswehr verpflichten. Der 27-jährige, der in Halle einen Anschlag auf die Synagoge verübte und zwei Menschen ermordete, hatte vor, für acht Jahre zur Bundeswehr zu gehen. „Das Motiv sei der Zugang zu Waffen gewesen“, sagte ein Ermittler WELT. Eine entsprechende Bewerbung bei der Bundeswehr habe B. jedoch zurückgezogen. Der Tatverdächtige soll von Oktober 2010 bis März 2011 seinen Grundwehrdienst abgeleistet haben.