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Michael Theurer ist stellvertretender FDP-Fraktionschef und Experte für Wirtschaftspolitik. Quelle: Bernd Weissbrod/dpa

FDP-Fraktionsvize lobt Bundesbank-Vorstoß für höheres Rentenalter

Die Deutsche Bundesbank spricht sich für eine deutliche Anhebung des Rentenalters in Deutschland auf fast 70 Jahre aus. FDP-Fraktionsvize Michael Theurer spricht von einem „wichtigen Impuls in der Debatte um Generationengerechtigkeit“. Die große Koalition sei mit ihrer Rentenpolitik „komplett auf dem Holzweg“.

Berlin. Der stellvertretende FDP-Fraktionschef Michael Theurer hat die Forderung der Bundesbank begrüßt, das Rentenalter deutlich anzuheben. „Der Vorstoß der Bundesbank, das Renteneintrittsalter auf 69,3 Jahre zu erhöhen, ist ein wichtiger Impuls in der Debatte um Generationengerechtigkeit“, sagte Theurer dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND/Dienstag). „Das Thema ist unterbelichtet und gehört auf die Tagesordnung“, setzte er hinzu. Der Vorschlag zeige, „dass die große Koalition mit ihrer Rentenpolitik, insbesondere mit der Rente mit 63, komplett auf dem Holzweg ist“, sagte der Fraktionsvize.

Theurer sprach sich für einen Kurswechsel in der Rentenpolitik aus. „Ein flexibles Renteneintrittsalter würde den Fehler der großen Koalition korrigieren, das Alter für den Eintritt in den Ruhestand abzusenken“, sagte er. Andernfalls werde die durch Umlagen finanzierte Rente sehr bald an ihre Grenzen stoßen. „Wir müssen zudem Anreize schaffen“, sagte der FDP-Politiker. „Wer länger arbeitet, soll eine höhere Rente bekommen. Das gilt auch für einen Dachdecker, der nach seiner Tätigkeit auf dem Bau gegebenenfalls eine andere Tätigkeit im Betrieb ausüben kann“, so Theurer.

Der FDP-Rentenexperte Johannes Vogel sagte dem RND: „Die ewig gleiche Debatte über das starre Rentenalter sollten wir endlich durchbrechen und ein flexibles Renteneintrittsalter nach schwedischem Vorbild einführen.“ Vogel ergänzte: „Nicht mehr Politiker sollten darüber entscheiden, wann jemand in Rente geht, sondern jeder Mensch individuell selbst. Das macht Sinn, weil die Lebenswege heutzutage so vielfältig sind.“

Zudem machten die Schweden seit Jahren erfolgreich vor, „dass man so auch individuell längeres Arbeiten belohnen und flexible Teilrentenmodelle ermöglichen kann“, sagte der FDP-Rentenpolitiker. Vogel führte aus: „Das schwedische Modell funktioniert, was man auch daran sieht, dass die Schweden seit Jahren ein höheres faktisches durchschnittliches Renteneintrittsalter haben als wir hierzulande.“

Die Deutsche Bundesbank spricht sich für eine deutliche Anhebung des Rentenalters in Deutschland auf fast 70 Jahre aus. Die Währungshüter ermahnen die Bundesregierung in ihrem jüngsten Monatsbericht zu weitreichenden Korrekturen, da sonst die gesetzliche Rentenversicherung wegen der demografischen Entwicklung in Schwierigkeiten geraten werde.

Von Jörg Köpke, Tobias Peter/RND