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Der Spitzenkandidat der CDU in Thüringen, Mike Mohring, hat AfD-Mann Björn Höcke hart angegangen. Quelle: Nicolas Armer/Michael Reichel/dpa/Montage RND

CDU-Kandidat Mohring: „Höcke ist ein Nazi”

Der Landtagswahlkampf in Thüringen ist laut und radikal. Politiker werden bedroht und Opfer von Gewaltphantasien. Und einer ist mittendrin: AfD-Mann Björn Höcke. Der CDU-Spitzenkandidat hat ihn nun offen als “Nazi” bezeichnet.

Erfurt. Wenige Tage vor der Landtagswahl in Thüringen hat CDU-Spitzenkandidat Mike Mohring seinen AfD-Kontrahenten Björn Höcke als „Nazi“ bezeichnet. Er habe in vielen Interviews gesagt, dass er keine Koalition mit der AfD in Thüringen eingehen werde, sagte Mohring am Mittwoch bei einer Podiumsdiskussion in Erfurt. „Ich finde: Höcke ist ein Nazi. Das haben auch andere festgestellt.“

Der AfD-Spitzenkandidat präge diese Partei und sorge mit der AfD-Gruppierung „Flügel“ dafür, dass sich die AfD nach rechts radikalisiere, sagte der CDU-Kandidat. „Mit denen werden wir nicht zusammenarbeiten“, betonte Mohring auf der Veranstaltung der „taz“, bei der die AfD auf dem Podium nicht vertreten war. In Thüringen wird am Sonntag ein neuer Landtag gewählt.

Der Wahlkampf wird überschattet von Drohungen und Gewalttaten gegen Politiker. Die Spitzenkandidaten der Parteien erhielten auch Morddrohungen. CDU-Mann Mohring machte diese öffentlich. Er erklärte gegenüber dem RND den Schritt damit, dass nicht diejenigen gewinnen dürften, die Angst machen.

Radikaler Wahlkampf – CDU in Umfragen abgeschlagen

Wenige Tage vor der Landtagswahl in Thüringen sieht eine neue Umfrage die Linke von Ministerpräsident Bodo Ramelow als deutlich stärkste Kraft. Sie kommt auf 30,2 Prozent, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für den „Spiegel“ ergab. Die AfD mit Spitzenkandidat Björn Höcke würde demnach zweitstärkste Kraft mit 23,2 Prozent, die CDU mit Vormann Mike Mohring käme auf 22,9 Prozent.

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer sagte bei einem Bürgerdialog am Mittwochabend in Erfurt: „Das Rennen ist viel offener, als es scheint.“ Es gehe um wenige Prozentpunkte, die über eine künftige Regierung entschieden.

CDU-Wahlkämpfer berichteten bei der Diskussion mit Bürgern über abgerissene oder beschmierte Wahlplakate und Angriffe in den sozialen Medien. „Die Radikalität in der politischen Auseinandersetzung nimmt enorm zu“, sagte Kramp-Karrenbauer. Das gelte für Angriffe auf Politiker, aber auch auf Polizisten. In Thüringen würden im Schnitt pro Tag vier Polizeibeamte angegriffen.

RND/dpa/ka