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Die aktuelle Kunstinstallation Visions in Motion von Patrick Shearn vor dem Brandenburger Tor. Quelle: imago images/snapshot

Deutsche freuen sich über die Friedliche Revolution

Eine Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung besagt, dass Ost- und Westdeutsche den Verlauf der letzten 30 Jahre insgesamt positiv bewerten. Allerdings haben sie jeweils einen anderen Blick auf die DDR. Zudem findet fast die Hälfte aller Ostdeutschen die Westdeutschen arrogant.

Berlin. Ost- und Westdeutsche blicken insgesamt positiv auf die Friedliche Revolution und die Deutsche Einheit; zugleich gibt es deutliche Unterschiede bei der Wahrnehmung der DDR sowie beim Blick auf das Verhalten der Westdeutschen und die Lebensleistung der Ostdeutschen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt und in den kommenden Tagen veröffentlicht werden soll. Die Adenauer-Stiftung hatte bereits vor 20 Jahren eine ähnliche Umfrage durchgeführt.

Der aktuellen Umfrage zufolge bewerten im Osten und im Westen 72 Prozent die Einheit positiv; das sind drei Prozentpunkte weniger als damals. 80 Prozent aller Deutschen halten die Friedliche Revolution für einen Glücksfall der deutschen Geschichte; dies ist der gleiche Wert wie 2009. Auch stimmten 57 Prozent der Westdeutschen und 50 Prozent der Ostdeutschen der Aussage zu, die Menschen in Ost- und Westdeutschland seien sich nach der Wiedervereinigung nähergekommen.

72 Prozent sehen die Einheit positiv

Allerdings sind nur 65 Prozent der Westdeutschen und 57 Prozent der Ostdeutschen der Ansicht, die Wiedervereinigung sei alles in allem erfolgreich verlaufen – diese Werte gingen um drei bzw. neun Prozentpunkte zurück. Starke Differenzen existieren außerdem bei der Bewertung der DDR. 37 Prozent der Befragten in den neuen Ländern sagen, dass dort vieles besser gewesen sei; in den alten Ländern beträgt der Anteil lediglich 9 Prozent.

29 Prozent der im Westen Befragten teilen schließlich die Aussage, dass Westdeutsche Ostdeutsche von oben herab behandeln würden. Den Eindruck westdeutscher Arroganz haben im Osten sogar 44 Prozent der Befragten und damit fast die Hälfte. Dass Westdeutsche nicht verstehen, was Ostdeutsche zu DDR-Zeiten geleistet haben, sehen wiederum 72 Prozent im Osten so und 46 Prozent im Westen.

Stolz der Ostdeutschen

Die Ergebnisse machen nach Ansicht von Viola Neu, Wahl- und Parteienforscherin der Adenauer-Stiftung, „deutlich, dass vor allem die in der DDR erbrachte Leistung für die Ostdeutschen ein hoher Wert ist“. Eine Sehnsucht nach der DDR sei jedoch nicht vorhanden. Und die meisten Einstellungen gegenüber dem Mauerfall und der Wiedervereinigung seien weitgehend stabil.

Der Vorsitzende der Regierungskommission zu 30 Jahren Mauerfall und deutscher Einheit, Matthias Platzeck (SPD), hatte noch im September gesagt, das Doppeljubiläum finde in einer schwierigen Stimmungslage statt. Und es bestehe „das Risiko, dass die Gräben wieder tiefer werden“.

Von Markus Decker/RND

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