Donnerstag , 5. Dezember 2019
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Bernd Lucke bei seiner Wirtschaftsvorlesung an der Universität Hamburg. (Archivbild vom 16.10.2019) Quelle: Markus Scholz/dpa

Lucke-Vorlesung in Hamburg: Diesmal fast störungsfrei

Nachdem die Vorlesung des Wirtschaftsprofessors und AfD-Mitgründers Bernd Lucke mehrfach gestört worden war, verlief sie am Mittwoch erneut fast ohne Zwischenfälle. Dafür war das Uni-Gebäude in Hamburg jedoch auch streng abgesichert. Eine Hundertschaft bewachte die Veranstaltung, Zivilstreifen waren unterwegs und das Gelände war abgesperrt.

Hamburg. Der AfD-Mitgründer und Hamburger Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke hat seine Vorlesung an der Universität Hamburg am Mittwoch fast störungsfrei halten können. Seine ersten beiden Vorlesungen waren gestört worden, die dritte in der vergangenen Woche konnte er halten. Eine Studentin kritisierte mit Fragen und Zwischenrufen Luckes Thesen in der Volkswirtschaft und wurde durch einen privaten Sicherheitsdienst aus dem Hörsaal geleitet, nachdem andere Studenten sich hierdurch gestört fühlten, berichteten Kommilitonen.

Hundertschaft, Zivilstreifen und Einlasskontrollen

Die Universität Hamburg hatte zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Durchführung der Veranstaltung zu gewährleisten: Eine Polizei-Hundertschaft bewachte die Veranstaltung, es gab Einlasskontrollen, das Gelände um den Physik-Hörsaal war abgesperrt, und Zivilstreifen hielten sich zudem in anderen Gebäudeteilen auf.

Lucke war in diesem Semester zurück an seinen Lehrstuhl für Volkswirtschaft an der Uni Hamburg gekehrt, nachdem er nicht erneut in das Europäische Parlament eingezogen war. Die Störungen seiner zwei ersten Vorlesungen im Oktober hatten eine bundesweite Debatte über Meinungsfreiheit in Deutschland ausgelöst.

Zur Veranstaltung am Mittwoch kamen zwischen 100 und 150 Studenten. Etwa 200 Studenten sind in dem Modul angemeldet. Die Uni bietet am Donnerstag die gleiche Veranstaltung mit einer anderen Dozentin an.

Lindner will vor der Uni sprechen

FDP-Chef Christian Lindner will in der kommenden Woche vor der Hamburger Uni sprechen. Eigentlich hatte der Politiker auf Einladung der Liberalen Hochschulgruppe in der Universität reden. Dies hatte ihm die Unileitung aber verboten. Lindner beschwerte sich daraufhin schriftlich bei Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne). Die Universitätsleitung blieb jedoch bei ihrer Position. Der Fall machte bundesweit Schlagzeilen.

Nun teilte die FDP mit, Lindner werde am kommenden Montag auf öffentlichem Grund vor der Hochschule mit Studierenden diskutieren. Der Titel seines Vortrags werde „Freie Rede. Gedanken zu Meinungsfreiheit und Debattenklima“ lauten. „Ich lasse mich nicht daran hindern, mit Studierenden zu diskutieren – auch von einer grünen Wissenschaftssenatorin nicht“, sagte Lindner der Deutschen Presse-Agentur. „Wir brauchen mehr Debatten, nicht weniger. Wenn die Liberale Hochschulgruppe jetzt zur Diskussion über Meinungsfreiheit auf dem Vorplatz der Uni einlädt, stelle ich mich der Debatte gerne.“

RND/dpa

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