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Das von Maxar Technologies zu Verfügung gestellte Satellitenbild zeigt die Atomanlage Fordo, nördlich der heiligen Stadt Qom. Der Iran wendet sich mit einem offenen Verstoß weiter vom internationalen Atomabkommen ab und befeuert damit den Konflikt um sein Nuklearprogramm. Quelle: Satellite image ©2019 Maxar Tec

Iran beginnt mit Urananreicherung in Fordo – Verstoß gegen Abkommen

Der Iran verstößt immer mehr gegen das Atomabkommen. Seit Donnerstag werden in einer zusätzlichen Anlage unerlaubterweise Zentrifugen mit Urangas befüllt. Es ist nicht der einzige Verstoß gegen des Atomabkommen in den vergangenen Tagen.

Dubai. Der Iran hat begonnen, Urangas in Zentrifugen der Anlage Fordo zu injizieren. Das Einführen habe am Donnerstag nach Mitternacht begonnen, teilte die Atomorganisation des Landes mit. Die dortigen Zentrifugen würden später beginnen, Uran auf bis zu 4,5 Prozent spaltbaren Materials anzureichern. Die Islamische Republik fügte damit ihren laufenden Verstößen gegen das Atomabkommen von 2015 einen weiteren hinzu.

Das Abkommen erlaubt keine Anreicherung in Fordo und genehmigt dem Iran insgesamt nur eine niedrigere Anreicherung von Uran. Mit Anreicherung in zusätzlichen Zentrifugen verkürzt der Iran die Zeitspanne, die er für die Produktion von genug Material für eine Atombombe benötigen würde. Der Iran hat stets versichert, er strebe nicht nach Atomwaffen, sondern wolle Uran für friedliche Zwecke nutzen.

Ein Vertreter der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA war bei der Injektion in Fordo anwesend, teilte die iranische Behörde mit. Die Anlage befindet sich unterirdisch in einem Berg nördlich der Stadt Ghom. Die dortigen 1044 Zentrifugen drehten sich bislang nicht mit Urangas.

Iran verweigert UN-Inspektorin Zutritt

Die iranische Atomorganisation gab zudem bekannt, einer IAEA-Inspektorin vergangene Woche den Zutritt zur Atomanlage Natans verweigert zu haben. Es war das erste Mal, dass der Iran einen UN-Inspektor oder eine -Inspektorin aufhielt, seit die Spannungen um das Atomprogramm zugenommen haben. Die USA hatten sich vergangenes Jahr aus dem Abkommen mit dem Iran verabschiedet und Sanktionen gegen die Islamische Republik verhängt.

Als die UN-Inspektorin versuchte, Natans zu betreten, ging ein Alarm an, wie die iranische Atomorganisation erklärte. Deshalb hätten Beamte ihr den Zutritt verweigert. In Natans reichert der Iran ebenfalls Uran an. Die staatliche Agentur Irna berichtete unter Verweis auf die Behörde, die Inspektorin sei „wegen Sorgen bezüglich des Mitführens verdächtigen Materials“ gestoppt worden. Die Inspektorin habe später den Iran verlassen, ohne ihren Besuch abzuschließen. Der Iran kündigte an, den verweigerten Zutritt bei einem IAEA-Treffen in Wien im weiteren Tagesverlauf zu thematisieren.

Iran nimmt Europa in die Pflicht

Der Iran reichert Uran höher an als im Atomabkommen erlaubt und hat einen größeren Vorrat als zulässig. Vertreter der Islamischen Republik haben wiederholt gesagt, ihre Verstöße gegen das Abkommen könnten revidiert werden, falls Europa es ermöglicht, dass der Iran sein Öl im Ausland trotz der US-Sanktionen verkaufen kann.

Scharfe Kritik aus dem Westen

Der israelische Ministerpräsident verurteilte das Vorgehen Teherans. „Der Iran erhöht seine Aggression“, sagte Benjamin Netanjahu nach Angaben seines Büros. „Er will Israel zerstören. Wir setzen uns zur Wehr.“ Man werde es dem Iran niemals erlauben, Nuklearwaffen zu entwickeln. „Dies ist nicht nur im Interesse unserer Sicherheit und unserer Zukunft, sondern im Interesse der Zukunft des Nahen Ostens und der ganzen Welt.“ Die USA warfen dem Iran „atomare Erpressung“ vor, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Entscheidung Teherans als „schwerwiegend“.

RND/ms/AP

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