Donnerstag , 14. November 2019
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Ein Bild aus gemeinsamen Tagen: Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz mit der damaligen SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles.

SPD-Vizekanzler Olaf Scholz: „Ich vermisse Andrea Nahles“

Der Vizekanzler bewirbt sich um die Nachfolge der früheren SPD-Chefin, aber lieber wäre es ihm, sie wäre noch da. Falls er die Wahl gewinnt, will Scholz die SPD „zur lautesten Stimme für Feminismus und Gleichberechtigung in Deutschland“ machen. Und er will noch in dieser Legislaturperiode Vorschläge für eine Verschärfung der Frauenquote vorlegen.

Berlin. Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz bedauert, dass sich die frühere SPD-Chefin Andrea Nahles vollständig aus der Politik zurückgezogen hat. „Andrea Nahles und ich sind 1998 gemeinsam in den Bundestag gekommen, und uns verbindet seit vielen Jahren ein enges freundschaftliches Verhältnis, das über die politische Arbeit weit hinausgeht – auch wenn wir natürlich nicht immer einer Meinung waren“, sagte Scholz dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

„Die gemeinsame politische Arbeit ist jetzt weggefallen, unsere Freundschaft aber ist geblieben“, so der Finanzminister weiter. „Ich vermisse Andrea Nahles und sie fehlt in Berlin, finde ich. Sie hat aber eine klare Entscheidung getroffen, die wir alle akzeptieren müssen.“

Scholz will SPD zur Stimme des Feminismus machen

Scholz, der zusammen mit Klara Geywitz für die Nachfolge von Andrea Nahles im SPD-Parteivorsitz kandidiert, kündigte an, seine Partei im Falle eines Wahlsieges zur Speerspitze im Kampf um die Gleichberechtigung von Mann und Frau machen zu wollen. „Die SPD soll die lauteste Stimme für Feminismus und Gleichberechtigung in Deutschland werden“, sagte Scholz wörtlich. „Klara Geywitz und ich werden uns massiv dafür einsetzen, dass der Grundsatz „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ durchgesetzt wird“, versprach der SPD-Politiker. „Die Gleichstellung von Männern und Frauen muss im kommenden Jahrzehnt endlich vollbracht werden. Es kann nicht angehen, dass Frauen für die gleiche Arbeit schlechter entlohnt werden als Männer.“

„Wir brauchen mehr Transparenz über die Gehälter in Unternehmen und schärfere Gesetze, um die berechtigten Ansprüche von Frauen durchzusetzen“, sagte Scholz weiter. „Wir müssen darüber reden, dass Berufe häufig schlechter bezahlt werden, die vor allem von Frauen ausgeübt werden. Und wir müssen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern.“ Das gelte für berufstätige Mütter und Väter. „Eltern haben im Berufsleben gegenüber Kinderlosen einen Nachteil. Das wollen wir ändern“, so Scholz.

Scholz kündigte an, dass die SPD noch in dieser Legislaturperiode Vorschläge für eine Verschärfung der Frauenquote vorlegen will. „Die bisherigen Regelungen für mehr Frauen in Spitzenpositionen werden verhöhnt, wenn einige Unternehmen sich die Zielgröße null Prozent verordnen. Deswegen werden wir noch in dieser Legislaturperiode konkrete Vorschläge machen, um das zu ändern“, sagte er dem RND.

Von Andreas Niesmann, Gordon Repinski/RND

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