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Der Berliner Dom (r.) neben der Baustelle des Berliner Schlosses. Das Humboldt Forum im neuen Berliner Schloss soll nicht wie geplant in diesem Jahr eröffnet werden. Quelle: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/imago images/imagebroker/Montage RND

Humboldt Forum in Berlin wird deutlich teurer als geplant

Schon seit einiger Zeit ist sicher, dass das Humboldt Forum in Berlin – also der Neubau des Schlosses – nicht mehr 2019 eröffnet werden kann. Grund sind Probleme beim Bau. Doch bisher war unbekannt, was die Verschiebung die Steuerzahler kostet. Nun nennt das Bundesfinanzministerium Zahlen.

Berlin. Das Humboldt Forum im neuen Berliner Schloss wird deutlich teurer als bisher geplant. Die Baukosten steigen um knapp 50 Millionen Euro auf nunmehr 644,2 Millionen Euro, wie aus einer Vorlage des Bundesfinanzministeriums für die abschließenden Beratungen über den Etat 2020 im Bundestags-Haushaltsausschuss hervorgeht. Sie liegt dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vor. Ursache für die Mehrkosten, die der Bund allein tragen muss, sind zahlreiche technische Mängel und Sicherheitsprobleme zum Beispiel an Heizung und Kühlanlagen. Sie hatten dazu geführt, dass die für diesen November geplante Eröffnung der Ausstellungsräume auf den kommenden Herbst verschoben werden musste.

„Schlüssig und nachvollziehbar“

„Die Mehrkosten sind unabwendbar“, heißt es in der Vorlage. Die Risikovorsorge sowie weitere Rücklagen der federführenden Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss seien vollständig aufgebraucht, weitere Einsparmöglichkeiten gebe es nicht. Die zusätzlichen Kosten ergäben sich unter anderem „aus der Verlängerung der Ausführungsdauer infolge der seit 2015 anhaltend gestörten Bauabläufe aufgrund von Mängeln der Ausführungsplanung und Bauausführung“. Das alles habe die Stiftung „schlüssig und nachvollziehbar“ dargelegt.

Bund muss zahlen

Bislang hieß es, der Bau werde durch die Verschiebung der Eröffnung möglicherweise etwa 20 Millionen Euro teurer. Diese Zahl war aber offiziell nie bestätigt worden. Nach einer Vereinbarung zwischen Bund und Land Berlin aus dem Jahre 2011 müssen die Mehrkosten allein vom Bund übernommen werden. Der Anteil Berlins bleibt bei 32 Millionen Euro. Möglicherweise muss der Bund aber noch mehr Geld zuschießen. Denn ein Teil der Baukosten in Höhe von 80 Millionen Euro soll über Spenden eingeworben werden. Dazu heißt es in der Vorlage jedoch: „Weiterhin bleibt das Risiko bestehen, dass das Spendenziel für die historischen Fassaden in Höhe von 80 Millionen Euro nicht vollständig erreicht werden kann.“ Laut Vorlage fehlen noch 7 Millionen Euro an Spendengeldern.

Im Humboldt Forum sollen künftig mehrere Sammlungen unterschiedlicher Berliner Museen gezeigt werden. Daneben sind Sonderausstellungen geplant. Bauverzögerungen mit erheblichen Mehrkosten sind in Berlin keine Seltenheit. Der neue Flughafen BER, dessen Eröffnung immer wieder verschoben wird, gilt mittlerweile als Inbegriff verpfuschter Großprojekte. Die Kosten hier sind mittlerweile von 2 auf 7 Milliarden Euro gestiegen. Die Staatsoper wurde drei Jahre später als geplant fertig, wobei sich die Kosten auf 440 Millionen Euro verdoppelten.

Von Tim Szent-Ivanyi/RND