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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ruft seine Partei zu mehr Disziplin auf. Quelle: Michael Kappeler/dpa/imago images/Emmanuele Contini/Montage RND

Jens Spahn: CDU muss gut regieren, statt über Personal zu diskutieren

“Wir gewinnen kein Vertrauen mit ständiger Nabelschau zurück.” Mit diesen Worten ruft Gesundheitsminister Jens Spahn seine Partei zur Ordnung, in der die Personaldebatten nicht abreißen. Spahn mahnt zudem, es reiche nicht aus, immer nur nach hinten zu schauen.

Berlin. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat seine Partei davor gewarnt, ständig Personaldebatten zu führen, anstatt die Probleme der Bürger zu lösen. „Dass wir zuerst Diskussionen über Befindlichkeiten und Personen führen, anstatt zuerst unsere Aufgabe zu erfüllen, nervt unsere Mitglieder, die Delegierten und die Bürgerinnen und Bürger“, sagte das CDU-Präsidiumsmitglied eine Woche vor dem Bundesparteitag in Leipzig der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. „Was wir tun müssen ist: Gut regieren, Entscheidungen treffen und unser Land in die 20er Jahre führen.“

Spahn geht nicht davon aus, dass es auf dem Parteitag zu einer Revolution gegen die auch intern umstrittene CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer kommt. Fakt sei aber: „Wir haben viel Vertrauen verloren. Das sehen wir in den Umfragen, das sehen wir in den Wahlergebnissen wie zuletzt in Thüringen. Wir gewinnen kein Vertrauen mit ständiger Nabelschau zurück.“

Mit Blick auf die Regierungsjahre der Kanzlerin sprach sich Spahn für einen Ablösungsprozess von der Ära Angela Merkel aus. „Es ist zu wenig, lediglich zu sagen: Wir haben jetzt 14 Jahre gut regiert. Jetzt heißt es, nach vorne schauen, nicht zurück.“ Es gebe eine Ambivalenz in der CDU, aber auch bei vielen Bürgern – einerseits große Dankbarkeit und Anerkennung für das, was Merkel als Kanzlerin geleistet habe. Gleichzeitig wisse die CDU aber, dass es jetzt in eine neue Zeit gehe. „Und dass es für diese Zeit ein neues Team braucht – eines, das mutig und zuversichtlich eigene Wege geht. Und dessen Bezugspunkt eben nicht mehr Angela Merkel sein kann.“

RND/dpa