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Polizisten in Hongkong sammeln vor einem Geschäft zurückgelassene Regenschirme, ein Erkennungszeichen der regierungskritischen Demonstranten, ein. Zwei Deutsche sollen verhaftet worden sein. Quelle: Ng Han Guan/AP/dpa

Zwei deutsche Studenten bei Unruhen in Hongkong festgenommen

Die regierungskritischen Proteste und Unruhen in Hongkong gehen unvermindert weiter. Die Polizei nahm 58 Menschen fest, darunter zwei Deutsche. Laut einem Medienbericht soll es sich um Studenten einer Kunsthochschule handeln.

Hongkong/Berlin. Bei den Protesten in Hongkong sind zwei Deutsche festgenommen worden. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes bestätigte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), dass zwei deutsche Staatsangehörige konsularisch betreut werden. Das Generalkonsulat sei mit den Anwälten in Kontakt, hieß es.

Laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung soll es sich bei den beiden Deutschen um Austauschstudenten einer Kunsthochschule handeln, an der es zuletzt Ausschreitungen gab. Insgesamt sollen 58 Personen verhaftet worden sein.

Die seit mehr als fünf Monaten anhaltenden Proteste in der chinesischen Sonderverwaltungsregion richten sich gegen die Regierung: Die Demonstranten kritisieren unter anderem den wachsenden Einfluss Chinas auf die ehemalige Kronkolonie. Seit der Rückgabe an China 1997 wird Hongkong nach dem Grundsatz „ein Land, zwei Systeme“ autonom regiert.

Bereits zwei Todesopfer

In den letzten Tagen hatten sich die Proteste deutlich zugespitzt. Vergangene Woche bestätigten die Behörden den Tod eines Studenten, der am Rande von Ausschreitungen von einem Parkhaus gestürzt war. Wie die Behörden am Donnerstagabend mitteilten, erlag ein 70-jähriger Mann seiner schweren Verletzung, nachdem er von einem Pflasterstein am Kopf getroffen worden war. Der Mann hatte demnach mit anderen versucht, von Demonstranten zur Blockade ausgelegte Steine von der Straße zu räumen. In anderen Berichten hieß es, er habe auch Videos und Fotos gemacht. Die Polizei stufte die Tat als Mord ein.

Die Demonstranten fordern freie Wahlen, eine unabhängige Untersuchung von Polizeibrutalität sowie Straffreiheit für die bereits weit mehr als 4000 Festgenommenen. Auch der Rücktritt von Regierungschefin Carrie Lam gehört zu ihren Forderungen.

Am Montag hatte ein Polizist einem jungen Demonstranten in den Bauch geschossen. Sein Zustand hatte sich im Laufe der Woche gebessert. Ebenfalls am Montag zündete ein radikaler Demonstrant einen Sympathisanten der Regierung an. Sein Zustand ist kritisch. Gleiches gilt für einen 15-Jährigen, der laut Berichten von einem Tränengaskanister am Kopf getroffen worden war.

Den fünften Tag in Folge entflammten auch am Freitag an vielen Orten in der Stadt Proteste. Demonstranten blockierten dabei mehrere Straßen.

mit dpa

Von Jan Sternberg/RND