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Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU): Finanzierungsbedingungen für Start-ups verbessern. Quelle: Wolfgang Kumm/dpa

Koalition plant Start-up-Fonds mit privaten Mitteln

Deutschland bekommt einen staatlichen Wagniskapitalfonds, um die Finanzierungsbedingungen für Start-ups zu verbessern. Jetzt werden erste Details zur Ausgestaltung bekannt. Der Fonds soll einen Anlagehorizont von zehn Jahren haben und Mittel von institutionellen Anlegern einwerben.

Berlin. Angesichts der Aufregung über die Grundrenteneinigung ist ein weiterer Beschluss, den der Koalitionsausschuss von CDU, CSU und SPD am vergangenen Wochenende getroffen hat, weitgehend untergegangen. Deutschland bekommt einen staatlichen Wagniskapitalfonds. Die Bundesregierung will damit verhindern, dass junge Unternehmen wegen ungleich besserer Finanzierungsbedingungen früher oder später in die USA abwandern.

In dem Einigungspapier der Koalitionäre findet sich zu dem Vorhaben nur ein dürrer Satz. „Der Koalitionsausschuss ist sich einig, bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau einen Beteiligungsfonds für Zukunftstechnologien insbesondere in den Bereichen Digitalisierung und Klimatechnologien aufwachsend in Höhe bis zu 10 Milliarden Euro aufzulegen“, heißt es. Weitere Details spart das Papier aus.

Dabei gibt es viele offene Fragen: Woher soll das Geld für den Fonds kommen? Über welchen Zeitraum soll er laufen? Und wer wird das Fondsvermögen verwalten? Alles noch nicht final entschieden.

Bei Null allerdings muss die Bundesregierung nicht beginnen, denn Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) arbeitet bereits seit Monaten an einem Konzept, um innovative Startups in der Wachstumsphase besser zu unterstützen. Schon in seiner Industriestrategie hat der Minister das Ziel ausgegeben, dass Deutschland bei wichtigen Zukunftstechnologien eine Führungsposition erobern müsse. Als Zukunftstechnologien hatte Altmaier seinerzeit Bio- oder Medizintechnologie, Industrie 4.0, Künstliche Intelligenz sowie den Bereich der Green Economy definiert.

Der größte Teil des Fondsvolumens soll aus privaten Mitteln stammen

Junge und innovative Unternehmen aus diesen Branchen sollen von dem Wagniskapitalfonds profitieren können.

Laut Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) will Altmaier mehrere Geldquellen für die Finanzierung seines „Zukunftsfonds Deutschland“ anzapfen. Nur ein kleinerer Teil des Fondsvolumens soll aus staatlichen Mitteln kommen, der weit überwiegende Teil soll laut Plänen des Wirtschaftsministeriums von großen, institutionellen Anlegern wie Versicherungen und Pensionsfonds eingeworben werden. Der Wirtschaftsminister hofft darauf, die staatlichen Mittel durch das private Kapital hebeln zu können.

Angesiedelt werden soll der Fonds laut jetziger Planungen bei der bundeseigenen KfW-Bank. Das Wirtschaftsministerium plant derzeit einen Anlagehorizont von zehn Jahren.

Von Andreas Niesmann/RND