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Premierminister Boris Johnson auf Wahlkampftour. Quelle: imago images/i Images

Angebliche Johnson-Affäre: “Fühlte mich so angewidert und gedemütigt”

Wenige Wochen vor der britischen Parlamentswahl macht eine mutmaßliche Ex-Geliebte Premierminister Johnson schwere Vorwürfe. Er habe sie brüsk abgewiesen, als sie ihn um Rat gebeten habe. Die ehemalige Beziehung brachte Johnson schon einmal in Erklärungsnot.

London. Rund dreieinhalb Wochen vor der britischen Parlamentswahl hat die US-Geschäftsfrau Jennifer Arcuri Premier Boris Johnson wegen seines Umgangs mit ihrer Beziehung schwere und emotionale Vorwürfe gemacht. Das frühere Model sagte dem Fernsehsender ITV in einem Interview, das am Sonntagabend ausgestrahlt werden sollte, Johnson habe sie brüsk abgewiesen, nachdem sie versucht habe, ihn um Rat zu fragen, wie man mit dem Medieninteresse an ihrer angeblichen Affäre umgehen solle. „Und ich fühlte mich so angewidert und gedemütigt, als mir gesagt wurde, es gehe um größere Dinge, lass gut sein, er (Johnson) ist zu beschäftigt für dich.“

Begünstigungs-Vorwürfe gegen Johnson

Dem britischen Premier wird vorgeworfen, in seinem damaligen Amt als Londoner Bürgermeister das frühere Model begünstigt zu haben. Arcuri fügte in dem Interview direkt an Johnson gewandt hinzu: „Ich bin furchtbar untröstlich, dass du mich beiseite geworfen hast, als wäre ich irgendein Kobold.“ Sie sei nichts anderes als loyal, treu, unterstützend und eine echte Vertraute von ihm gewesen. „Ich habe deine Geheimnisse bewahrt, und ich war deine Freundin.“ Sie fügte hinzu: „Und ich verstehe nicht, warum du mich abgeblockt und ignoriert hast, als wäre ich ein flüchtiger One-Night-Stand oder ein Mädchen, das du in einer Bar aufgegabelt hast.“

Bei den Begünstigungs-Vorwürfen geht es um Fördergelder und die Teilnahme an Reisen, von denen Arcuri profitiert haben soll, obwohl sie nicht die erforderlichen Bedingungen erfüllte. Johnson wies die Anschuldigungen zurück. Arcuri wollte sich nicht zu der vermeintlichen Affäre äußern.

RND/dpa