Donnerstag , 5. Dezember 2019
Aktuell
Home | Nachrichten | Politik | Entwicklungsminister Müller will Digitalisierung in Afrika stärker fördern
Gerd Müller (CSU), Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, will Digitalisierung in Afrika stärker fördern. Quelle: Britta Pedersen/zb/dpa

Entwicklungsminister Müller will Digitalisierung in Afrika stärker fördern

Das Bundeskabinett berät auf einer Digital-Klausur über Funklöcher und künstliche Intelligenz. Entwicklungsminister Gerd Müller setzt sich dafür ein, dass auch die Entwicklungshilfe stärker auf die Digitalisierung ausgerichtet wird.

Berlin. Die Entwicklungshilfe für Afrika muss sich nach Ansicht von Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) stärker auf die Digitalisierung konzentrieren, um der stark wachsenden jungen Bevölkerung eine Perspektive zu geben. „Wir dürfen die digitale Entwicklung in Afrika nicht verschlafen und müssen das volle Potenzial heutiger Technik nutzen. Sonst schaffen wir nie ausreichende Angebote für Bildung, Ausbildung und Jobs“, sagte Müller dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) aus Anlass der Digital-Klausur des Bundeskabinetts in Potsdam. Mithilfe der Digitalisierung würden für junge Afrikaner neue Chancen im Tech-Sektor, in der Ausbildung oder auch in der Landwirtschaft geschaffen. „Mit der Digitalisierung kann Afrika riesige Entwicklungssprünge machen“, sagte Müller.

„Digitales Afrika“

Mit der Initiative „Digitales Afrika“ setze das Entwicklungsministerium bereits rund 40 Projekte mit einem Volumen von 165 Millionen Euro um, sagte Müller. Insgesamt investiert das Ministerium 268 Millionen Euro in 227 Digitalprojekte in Afrika. Als Beispiel nannte er eine für die Elfenbeinküste geplante E-Learning-Plattform für junge Landwirte oder Digitalunternehmer, deren Inhalte auf das Smartphone heruntergeladen werden können. In Ruanda würden zusammen mit Volkswagen, Siemens und SAP Carsharing-Modelle mit Elektroautos eingeführt. In Kamerun sei der digitale Bezahlverkehr ausgebaut worden. Mit deutscher Unterstützung ist nach Angaben Müllers zudem geplant, eine Spracherkennung für lokale afrikanische Sprachen zu entwickeln.

Von Tim Szent-Ivanyi/RND