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Die Türkei zeigt sich überzeugt, dass sich noch immer kurdische Kämpfer im syrischen Grenzgebiet aufhalten. Quelle: Baderkhan Ahmad/AP/dpa

Ankara: Sieben Tote durch Drohnenangriff in Nordsyrien

Auch nach dem Abzug vieler Kurden kommt Nordsyrien nicht zur Ruhe. Ankara wittert noch immer YPG-Kämpfer im Grenzgebiet. Nun will die Türkei per Drohnenangriff sieben Kämpfer der Kurdenmiliz YPG getötet haben.

Istanbul. Mehr als einen Monat nach ihrem Einmarsch in Nordsyrien hat die Türkei nach eigenen Angaben einen Angriff mit Drohnen in dem Einsatzgebiet geflogen. Dabei seien sieben Kämpfer der Kurdenmiliz YPG „außer Gefecht“ gesetzt worden, teilte das Verteidigungsministerium in Ankara mit. Es habe sich um einen Einsatz im ländlichen Teil Kobanes gehandelt. Türkische „Elemente“ seien angegriffen worden, hieß es. In dem Gebiet gilt eine Waffenruhe. Die YPG bestätigte den Drohnenangriff zunächst nicht.

Das Rojava-Informationszentrum teilte mit, eine türkische Drohne habe ein Auto in einem Dorf zwischen den Grenzstädten Tall Abjad und Kobane beschossen. Dabei seien zwei Zivilisten getötet und drei weitere verletzt worden. Es war zunächst unklar, ob es sich um dieselben Fälle handelte.

Türkei wittert noch YPG-Kämpfer im Grenzgebiet

Das türkische Militär war am 9. Oktober in Nordsyrien einmarschiert, um mit verbündeten Rebellen gegen die Kurdenmiliz YPG vorzugehen. Ankara betrachtet die YPG als Terrororganisation. Kurz darauf kamen mit den USA als Verbündetem der Kurdenmiliz sowie Russland als Schutzmacht der syrischen Regierung zwei Vereinbarungen zustande. Sie liefen auf eine Waffenruhe hinaus und sollten der YPG die Gelegenheit zum Abzug bieten. Ankara wirft den USA und Russland vor, die Abkommen nicht einzuhalten, und geht davon aus, dass sich noch immer YPG-Kämpfer im Grenzgebiet aufhalten.

RND/dpa