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Mit diesem Post sorgte die Bundeswehr für einen Skandal. Quelle: imago/xim.gs/Rech/Instagram/Bundeswehr/Montage RND

Instagram-Skandal: Bundeswehr postet Hakenkreuzuniform

Die Bundeswehr sorgt auf ihrem Instagram-Account für einen neuen Nazi-Skandal. Am Dienstag wurde dort ein Foto einer Wehrmachtsuniform veröffentlicht. Neben Hakenkreuzabzeichen blinkte dort der Schriftzug „Retro“.

Berlin. Als hätte es bei der Bundeswehr in den vergangenen Jahren nicht genug Nazi-Skandale gegeben, sorgt nun die Social-Media-Abteilung der Truppe für Aufregung. In einer Instagram-Story des offiziellen Bundeswehr-Accounts wurde am Dienstag ein Foto einer Wehrmachtsuniform samt Hakenkreuzabzeichen veröffentlicht.

Im begleitenden Text hieß es: „Auch #Mode ist ein Aspekt. Bis heute halten sich militärische Stilelemente in der Haute Couture.“ Zwischen dem Eisernen Kreuz und einem Hakenkreuzabzeichen auf der Brusttasche und der Schulterklappe der Uniform blinkte der Schriftzug „Retro“, wie die „Bild“-Zeitung berichtet.

Wehrmacht nicht traditionswürdig

Eine Wehrmachtsuniform als modischer Retroschick? Das ist mehr als nur geschmacklos, steht die Wehrmacht doch für den Zweiten Weltkrieg, für Kriegsverbrechen und Massenmord. Auch der Traditionserlass der Bundeswehr in seiner aktuellen Fassung aus dem Jahr 2018 stellt klar: „Der verbrecherische NS-Staat kann Tradition nicht begründen. Für die Streitkräfte eines demokratischen Rechtsstaates ist die Wehrmacht als Institution nicht traditionswürdig.“

Wie konnte es also zu dem „Retro“-Post kommen? Der Post wurde schon am Dienstag wieder gelöscht, ein Sprecher des Verteidigungsministeriums räumte gegenüber der „Bild“ Fehler ein und kündigte Konsequenzen an. Der Text zum Bild sei missverständlich, die Instagram-Story „gedankenlos beziehungsweise unsensibel“ zitiert das Blatt den Ministeriumssprecher. Auf Twitter teilte die Bundeswehr am Mittwoch mit, das Bild sei „Teil eines Posts über die Ausstellung im Militärhistorischen Museum in Dresden“ gewesen. Die Verwendung des Bildes mit der Bezeichnung als „retro“ sei jedoch „unsensibel, gedankenlos und inakzeptabel. Dafür entschuldigen wir uns in aller Form.“

Eine Ministeriumssprecherin erklärte der Deutschen Presse-Agentur außerdem, bei der Anfertigung der Instagram-Story über das Museum sei etwas „durcheinandergeraten“. Die Beschriftung sei für ein anderes Bild bestimmt gewesen.

Skandalpost eine Woche nach Veröffentlichung neuer Social-Media-Leitlinien

Genau eine Woche zuvor hatte sich der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, sich mit einem „Tagesbefehl“ an die Mitarbeiter der Truppe gewandt und sie aufgefordert, in den sozialen Medien dazu beizutragen, „das Bild des Arbeitgebers Bundeswehr weiter zu verbessern und dessen Einbindung in die Gesellschaft zu fördern“.

Inhalte aus zweifelhaften Quellen sollten demnach lieber nicht gepostet oder geteilt werden, gern gesehen seien Verlinkungen auf offizielle Kanäle der Bundeswehr. Nur sieben Tage später ist es ausgerechnet einer dieser Kanäle, der die eigenen Leitlinien nicht beachtet.

RND/fh