Donnerstag , 27. Februar 2020
Aktuell
Home | Nachrichten | Politik | Mehr Mitsprache: Bundesregierung stellt Jugendstrategie vor
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesfamilienministerin Franziska Giffey stellen die Jugendstrategie der Bundesregierung im Kanzleramt vor. Quelle: imago images/Emmanuele Contini

Mehr Mitsprache: Bundesregierung stellt Jugendstrategie vor

Die Bundesregierung will junge Menschen in Deutschland intensiver einbeziehen. Dafür haben die Kanzlerin und die Familienministerin nun die Jugendstrategie vorgestellt. Sie beinhaltet viele Projekte, die Jugendliche in neun Bereichen unterstützen sollen.

Berlin. In Deutschland leben 14 Millionen Menschen zwischen zwölf und 27 Jahren. Die Bundesregierung will Jugendliche und junge Erwachsene künftig mehr mitreden lassen und deren Interessen stärker vertreten. Dafür arbeitet die Regierung nun an einer Jugendstrategie. Sie umfasst 163 Maßnahmen aus neun Bereichen. „Es geht um Politik mit, für und vor allen Dingen von der Jugend“, sagte Familienministerin Franziska Giffey (SPD). An der Erarbeitung der Strategie haben alle Ministerien mitgewirkt und Projekte eingebracht.

Die neun Handlungsfelder umfassen viele Bereiche – es geht ums Wohnen, um Mobilität und Digitalisierung, die Beteiligung an der Politik und den Klimaschutz. Innerhalb dieser Felder sollen bereits vorhandene Projekte gestärkt und neue geschaffen werden. So soll im kommenden Jahr zum Beispiel das Programm „Starke Kinder- und Jugendparlamente“ beginnen, das die kommunale Beteiligung der Jugend in den Fokus rückt. Durch das Programm sollen Städte motiviert werden, ihre Jugendparlamente stärker einzubinden oder neue zu schaffen. Außerdem plant die Regierung für 2020 eine Bundesjugendkonferenz.

Jugend am Klimaschutzprogramm beteiligen

Ein anderes gefördertes Projekt aus dem Bereich Wohnen ist die „Urbane Liga“ – ein Bündnis junger Stadtmacher, die sich aktiv in die Gestaltung ihrer Städte einbringen wollen. Das Bundesumweltministerium will die Jugendlichen außerdem intensiver am Klimaschutzprogramm beteiligen. Ziel sei es, auch die Perspektive der jungen Menschen zu berücksichtigen.

Nicht alle Projekte sind wirklich neu – mitunter versieht die Bundesregierung bereits beschlossene Förderprogramme mit dem neuen Etikett der Jugendstrategie. Etwa wenn sie angibt, im Bereich Bildung und Arbeit das Berufsorientierungsprogramm ausbauen und eine Mindestausbildungsvergütung einführen zu wollen. Mit dem Digitalpakt stellt der Bund 5 Milliarden Euro für die Digitalisierung in Schulen zur Verfügung. Davon sollen beispielsweise Internet, Tablets, Whiteboards und Beamer ermöglicht werden. Die Jugendstrategie hat die Bundesregierung gemeinsam mit Jugendlichen erarbeitet.

Merkel und Giffey diskutieren mit Jugendlichen

Mit dem Beschluss des Kabinetts am Dienstag soll auch die Umsetzung der angekündigten Projekte beginnen. Bei einem Treffen im Kanzleramt bekamen knapp 100 Jugendliche die Möglichkeit, mit Familienministerin Giffey und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über die beschlossene Strategie und die für junge Menschen relevanten Themen zu diskutieren. „Es ist interessant zu hören, was euch so umtreibt und wichtig ist“, sagte Merkel bei dem Treffen.

Von Johanna Steele/RND