Aktuell
Home | Nachrichten | Politik | Cem Özdemir gehört in die nächste Regierung
Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen). Quelle: imago images / Arnulf Hettrich

Cem Özdemir gehört in die nächste Regierung

Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat Ex-Parteichef Cem Özdemir als kanzlerfähig bezeichnet. Es war ein berechtigter Ausdruck der Wertschätzung. Denn Özdemir bleibt bei den Grünen einer der Stärksten, kommentiert Markus Decker.

Eines vorneweg: Wenn Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann seinen Landsmann und Parteifreund Cem Özdemir kanzlerfähig nennt, dann will er damit nicht sagen, dass der 53-Jährige tatsächlich Kanzlerkandidat werden soll. Es handelt sich um einen Ausdruck der Wertschätzung. Ihm gehe es darum, „dass wir den Cem Özdemir auf dem Radar haben“, sagt der 71-Jährige.

Zwar hat Özdemir nach zehn Jahren selbst auf eine erneute Kandidatur für den Parteivorsitz verzichtet und so den Weg für Robert Habeck frei gemacht. Bei der letzten Wahl des Fraktionsvorstandes ist der Schwabe Cem Özdemir dem Bayern Anton Hofreiter unterlegen. Das ist Demokratie. Kretschmann möchte seinerseits über 2021 hinaus weitermachen. Aktuell sind also sämtliche Karrierepfade in Berlin wie in Stuttgart verstopft.

Das Innenministerium wäre ideal

Gleichwohl bleibt Özdemir einer der Stärksten, den die Grünen aufzubieten haben. Und er hat das Fundament gelegt, auf dem die neue Parteiführung aufbauen kann. Zwar gilt auch in der Ökopartei letztlich: „Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht.“ Hinter den Vorsitzenden dürfte ein Hauen und Stechen um die anderen Plätze in jener Bundesregierung einsetzen, der die Grünen ab spätestens 2021 vermutlich angehören werden. Aber gemessen an der Leistungsfähigkeit ist Özdemir ein natürlicher Kandidat für ein Ministeramt. Man sollte ihm ein solches Amt schon heute inoffiziell in Aussicht stellen. Dann wäre Ruhe im Karton.

Cem Özdemir könnte jenen Posten bekleiden, den die Grünen bisher noch nirgends bekleidet haben und den Kretschmann genannt hat – den des Innenministers. Da könnte er für Mühen und Freuden der Integration ebenso stehen wie für den glaubwürdigen Kampf gegen Islamismus und Linksextremismus einerseits und Rechtsextremismus andererseits. Es wäre ein Gewinn. Für alle.

 

 

Von Markus Decker/RND