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Zusammen mit Polizeibehörden aus anderen europäischen Staaten und den USA hat das Bundeskriminalamt Bombenbauanleitungen aus dem Internet löschen lassen. Diese selbstgebauten Sprengsätze hat die bayerische Polizei 2014 in der Wohnung eines Mannes im Allgäu gefunden. (Symbolbild) Quelle: picture alliance/dpa/imago images/Arnulf Hettrich/photothek/Montage RND

BKA lässt Bombenbau-Anleitungen aus dem Internet löschen

Das Internet ist voller Bauanleitungen – auch für Bomben und Waffen. Solche Anleitungen nutzen nicht nur Hobby-Pyrotechniker, sondern auch Terroristen. Zusammen mit Polizeibehörden aus mehreren EU-Staaten und den USA hat das Bundeskriminalamt nun mehr als 1700 Links zu solchen Anleitungen aus dem Netz löschen lassen.

Wiesbaden. In einer gemeinsamen Aktion haben Polizeibehörden aus zehn EU-Staaten und den USA in der vergangenen Woche mehr als 1700 Internet-Links mit Anleitungen zum Bombenbau bei den Serviceprovidern zur Löschung gemeldet. Allein das Bundeskriminalamt (BKA), das die Aktion initiiert hatte, habe mehr als 600 dieser Links ausfindig gemacht, berichtete die Behörde am Donnerstag. Hintergrund dieser internationalen Zusammenarbeit ist insbesondere die Verhinderung terroristischer Anschläge, da bei Ermittlungen gegen Terroristen immer wieder Bauanleitungen aus dem Internet eine Rolle spielen.

Terroristen nutzen Bauanleitungen

„Im vergangenen Jahr konnten wir einen Anschlag verhindern, bei dem ein selbst gebauter Sprengsatz unter Freisetzung des Giftes Rizin verwendet werden sollte. Die Anleitung hierzu entnahm der Tatverdächtige dem Internet“, sagte Jürgen Peter, Leiter der Abteilung Staatsschutz im BKA. „Das zeigt, welches Potenzial derartige Anleitungen haben und wie wichtig deren Löschung im Internet ist.“

Zuletzt war Mitte November ein 26-jähriger syrischer Staatsbürger in Berlin verhaftet worden, der Anleitungen zum Herstellen von Sprengstoff im Netz geteilt und sogar bereits Chemikalien zum Bau einer Bombe beschafft haben soll.

Nach BKA-Angaben wurden nicht nur Links zur Löschung gemeldet, sondern sowohl im Darknet als auch im regulären Internet Vertriebswege identifiziert und Ermittlungen gegen Käufer und Verkäufer eingeleitet.

RND/dpa