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Laut US-Angaben könnten bei den Protesten im Iran mehr als 1000 Menschen getötet worden sein. Quelle: AmnestyInternational/Facebook

UN-Kommissarin wirft Iran gezielte Tötung von Demonstranten vor

Videoaufnahmen aus dem Iran zeigten, wie Polizisten gezielt auf Demonstranten schießen, um diese zu töten. Das sagte die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, am Freitag. Am Tag zuvor hatten die USA bereits davon gesprochen, dass bei den Protesten möglicherweise über 1000 Menschen getötet wurden.

Genf. Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, hat den iranischen Sicherheitskräften eine gezielte Tötung von Demonstranten vorgeworfen. Glaubhafte Videoaufnahmen der Proteste im November würden zeigen, wie Polizisten „schießen, um zu töten“, sagte Bachelet am Freitag. Unter anderem sei zu sehen, wie Unbewaffnete beim Weglaufen niedergestreckt würden oder ihnen direkt ins Gesicht oder in lebenswichtige Organe geschossen werde.

Bachelet sprach von „ernsthaften Menschenrechtsverletzungen“ und forderte den Iran auf, eine unabhängige Untersuchung zu erlauben und alle Unschuldigen aus der Haft zu entlassen.

Bei der Niederschlagung der Proteste kamen nach Schätzungen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International im ganzen Iran 208 Menschen ums Leben. Bachelets Büro nannte die gleiche Zahl. Der Iran bestreitet sie, nannte aber bisher keine eigene Zahl. Der US-Sonderbeauftragte für den Iran, Brian Hook, sagte am Donnerstag unter Verweis auf nicht näher benannte Berichte, möglicherweise seien sogar mehr als 1000 Menschen ums Leben gekommen.

RND/AP