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CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat den neuen SPD-Vorsitzenden Glückwünsche per Tweet geschickt. Quelle: imago images/blickwinkel/Christian Spicker/dpa/Montage RND

AKK wünscht neuer SPD-Spitze „Gottes Segen”

Gerade erst gewählt, da gibt es auch schon Glückwünsche vom Koalitionspartner. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer wünschte den neuen SPD-Vorsitzenden Esken und Walter-Borjans „viel Erfolg und Gottes Segen”. Sie spielte jedoch auch auf die schwierige Lage der GroKo an.

Berlin. Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans wurden gerade erst zur neuen SPD-Spitze gewählt, da bekommen sie auch schon Glückwünsche von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Die wünschte den beiden SPD-Politikern auf Twitter „viel Erfolg und Gottes Segen“.

Ganz ohne einen Hinweis auf das schwierige Verhältnis zwischen den neuen SPD-Vorsitzenden und dem Koalitionspartner kam der Tweet dann aber nicht aus: „Auf gute Zusammenarbeit. Es gibt viel zu tun. Dafür braucht es das klare Bekenntnis zum gemeinsamen Auftrag“, schrieb AKK ebenfalls.

Der Parteitag hatte die beiden Kritiker der großen Koalition kurz zuvor gewählt und damit das Ergebnis des Mitgliederentscheids bestätigt. Die 58-jährige Esken erhielt 75,9 Prozent, der 67 Jahre alte Walter-Borjans 89,2 Prozent.

Neuer Linkskurs

Esken und Walter-Borjans wollen ihre Partei auf einen klaren Linkskurs führen und dafür notfalls die große Koalition mittelfristig verlassen, wie sie in ihren Bewerbungsreden deutlich machten. Vor rund 600 Delegierten kündigten sie an, dass sie die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich schließen und mehr Klimaschutz durchsetzen wollten. Beide zweifelten daran, ob das mit der Union in der großen Koalition möglich ist.

Es gebe mit ihnen als standhafte SPD-Chefs einen Aufbruch in eine „neue Zeit“, sagten die beiden unisono – „In die neue Zeit“ ist auch das Motto des Parteitags. Die große Mehrheit der Delegierten erhob sich jeweils zum Ende der Reden von den Plätzen und applaudierte.

„Ich war und ich bin skeptisch, was die Zukunft dieser großen Koalition angeht“, sagte Esken. „Viel zu lange war die SPD in den letzten Jahren in ihrer eigenen Denke mehr große Koalition als eigenständige Kraft.“ Die SPD gebe der großen Koalition eine „realistische Chance auf eine Fortsetzung“ – „nicht mehr, aber auch nicht weniger“.

RND/dpa