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"Leben die eigentlich noch in der Wirklichkeit?": Friedrich Merz zeigt sich besorgt über die SPD. Quelle: Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa

Merz ätzt gegen SPD: „Selbsthilfegruppe Kevin Kühnert”

Der CDU-Politiker Friedrich Merz wirft den Sozialdemokraten Realitätsferne vor. Der Zustand der SPD sei eine Belastungsprobe für die große Koalition, sagt Merz vor CDU-Politikern in Sachsen-Anhalt. Seinen Parteifreunden gibt er einen klaren Rat für den Umgang mit der AfD mit.

Magdeburg. Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz hat der SPD vorgeworfen, vor lauter Beschäftigung mit sich selbst die Herausforderungen der Bundesregierung zu vernachlässigen. „Leben die eigentlich noch in der Wirklichkeit dessen, was zurzeit in Deutschland, in Europa und in der Welt passiert?“, fragte Merz am Samstag auf einem kleinen Landesparteitag der CDU Sachsen-Anhalt in Magdeburg.

„Wenn aus dieser großen sozialdemokratischen Volkspartei eine Selbsthilfegruppe Kevin Kühnert wird, dann müssen wir uns die Frage stellen, wie lange kann das noch gutgehen?“, polterte Merz.

Der Zustand des Koalitionspartners sei für die Union jedoch kein Anlass für Schadenfreude und Häme. Deutschland sei es immer am besten gegangen, wenn die beiden großen Volksparteien in der Mitte um die Mehrheit gerungen hätten.

Merz appellierte an die Delegierten, in der CDU derzeit keine Personaldebatten zu führen. „Die sind zum jetzigen Zeitpunkt vollkommen überflüssig“. Einige hielten nach der Rede des einstigen Gegenkandidaten von Annegret Kramp-Karrenbauer für den Parteivorsitz dennoch Schilder mit der Aufschrift „Merz Revolution“ und „Merz 2021“ hoch.

Keine Kooperation mit AfD

Die CDU Sachsen-Anhalt hatte den außerordentlichen Parteitag einberufen, um einen monatelangen Richtungsstreit beizulegen. Der entfachte sich unter anderem an einem Papier der Harzer CDU, die eine Zusammenarbeit mit der AfD perspektivisch nicht prinzipiell ausschließen wollte. Merz sprach sich, wie die Spitze der Landespartei in ihrem Leitantrag, klar gegen eine Zusammenarbeit aus. „Eine Zusammenarbeit mit einer solchen Partei, die rechtsradikale Neonazis in ihren Reihen nicht nur duldet, sondern aktiv fördert, kommt für die Christlich Demokratische Union nicht infrage.“

RND/dpa