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Noch mehr Fahrgäste? Mancher Zug ist schon heute überfüllt. Das musste auch Klimaaktivistin Greta Thunberg am eigenen Leibe spüren. Quelle: imago images/Independent Photo Agency Int./Daniel Bockwoldt/dpa/Montage RND

Gretas Bahnfahrt: Es wird noch enger in Deutschlands Fernzügen

Auf ihrer Rückreise vom Klimagipfel ist Greta Thunberg mit überfüllten Zügen durch Deutschland gefahren. Das hat zu heller Aufregung in der Social-Media-Welt geführt. Fest steht, dass es im Fernverkehr auf der Schiene noch sehr viel enger werden wird, kommentiert Rasmus Buchsteiner.

Berlin. Lassen wir mal all das beiseite, was am Wochenende in der Social-Media-Welt für Aufruhr gesorgt hat: Die plumpe Twitterei der Deutschen Bahn über Greta Thunberg und deren ICE-Reise durch Deutschland. Oder auch der Vorwurf an die Klimaaktivistin, sie habe verheimlicht, dass sie zumindest einen Teil der Strecke in der 1. Klasse verbracht habe, nicht auf dem Boden eines überfüllten Zugs. All das ist seltsam überdreht, ohne weiteren Erkenntnisgewinn.

„Überfüllte Züge sind ein großartiges Zeichen…“, hatte Greta noch getwittert am Wochenende. Sind sie das wirklich? Oder ist es nicht so, dass ICE-Züge, die voll sind wie Sardinenbüchsen, eher abschreckend wirken?

Fest steht, dass es in Deutschlands Fernzügen absehbar noch enger werden wird. Die Senkung der Mehrwertsteuer, die nun zu Jahresbeginn in Kraft treten soll, wird diesen ohnehin schon bestehenden Trend weiter befördern. Die Preissenkung auf Fernverkehrstickets wird Millionen zusätzliche Fahrgäste anlocken. Politik und Deutsche Bahn laufen sehenden Auges in eine Situation hinein, die vor allem eines hervorbringen wird: Noch mehr Frust bei den Reisenden auf der Schiene.

Lange überfällig

Daran ändern auch die aktuellen Ankündigungen der Bahn nichts. Allenfalls legen sie die vorhandene Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit nur noch weiter offen. Die Milliardenoffensive zum Kauf neuer Züge, der schrittweise Umstieg auf einen Halbstundentakt zwischen Deutschlands wichtigsten Metropolen oder die geplante Grundsanierung des Netzes – all das ist richtig und lange überfällig. Aber es wird eben nicht über Nacht zu den gewünschten Verbesserungen führen.

Doch Grund für Zuversicht gibt es schon. Nie waren die Voraussetzungen für die Bahn besser als heute. Dem Staatskonzern steht fürs nächste Jahrzehnt mehr Geld für Investitionen zur Verfügung als je zuvor. Eine riesige Chance ist das, für die Republik und fürs Klima. Der Bahnvorstand muss nun alles daran setzen, sie auch zu nutzen.

Von Rasmus Buchsteiner/RND