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Ralf Stegner wischt sich beim Landesparteitag der SPD Schleswig-Holstein nach seiner Abschiedsrede eine Träne aus dem Auge (Archivfoto). Quelle: Carsten Rehder/dpa

Ralf Stegner will sich weiter einmischen: “Rückzug ist nicht”

Nach sechs Jahren als stellvertretender SPD-Bundesvorsitzender war Ralf Stegner Anfang Dezember nicht wieder in den Parteivorstand gewählt worden. Zurückziehen will er sich deshalb aber noch lange nicht. Stegner will sich sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene weiter einmischen.

Kiel. Trotz seines erzwungenen Abschieds aus dem SPD-Bundesvorstand will sich Schleswig-Holsteins SPD-Fraktionschef Ralf Stegner auf Landes- und Bundesebene weiter kräftig einmischen. Wer glaube, er sei jetzt ein frustrierter Fraktionsvorsitzender, der täusche sich, sagte Stegner der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Rückzug ist nicht. Ich bin nicht 95, sondern 60 Jahre alt.“

Nach sechs Jahren als stellvertretender SPD-Bundesvorsitzender war Stegner Anfang Dezember nicht wieder in den Parteivorstand gewählt worden. Bereits im März 2019 hatte er den Landesvorsitz nach zwölf Jahren an Serpil Midyatli abgegeben. Als Fraktionschef im Landtag wurde Stegner im Sommer aber von den Sozialdemokraten bestätigt.

„Natürlich war dieses Jahr für mich in gewisser Weise eine Zäsur“, sagte Stegner. Von manchem werde er deshalb vielleicht unterschätzt. Er werde sich aber weiter zu den Dingen, die ihm wichtig seien, einbringen. Darüber, dass es mit der Wahl zum SPD-Generalsekretär nicht geklappt habe, obwohl ihm der frühere Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel dies zweimal zugesagt habe, sei er im Nachhinein sogar froh. „Aber ob das für meine Partei so gut war, weiß ich gar nicht“, sagte Stegner.

Auch die gemeinsame Kandidatur mit Gesine Schwan für den Parteivorsitz habe er nicht bereut. „Man bewirbt sich für das Amt Willy Brandts nicht eben so.“ Solche Niederlagen gehörten zum politischen Leben. Es sei immer mutiger, sich dem Wettbewerb zu stellen, „als nur von der Seitenlinie zu rufen“, sagte Stegner. Wehleidigkeit sei noch nie seine Sache gewesen. Seit Anfang Dezember sind Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans die Bundesvorsitzenden der SPD.

RND/dpa