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Aktivisten haben bundesweit Königsfiguren aus mehreren Kirchenkrippen entwendet, um gegen die Lagerunterbringung von Flüchtlingen zu protestieren. Quelle: dpa

Asylprotest: Künstler entwenden „Heilige Drei Könige“-Figuren aus Kirchen

In mehreren Kirchen deutschlandweit steht nur noch einer von drei Königen in der Krippe. Aktivisten hatten die jeweils anderen beiden Königsfiguren entwendet, um auf die Notlage in Flüchtlingslagern aufmerksam zu machen. Die Aktion solle das Thema „Lagerunterbringung neu in die gesellschaftliche Diskussion einbringen“.

Berlin. Vor dem Dreikönigstag am 6. Januar haben Aktivisten aus Protest gegen die EU-Flüchtlingspolitik in mehreren deutschen Kirchen zwei der heiligen drei Könige von den dortigen Weihnachtskrippen entwendet. Betroffen seien Kirchen in Berlin, Bielefeld, Darmstadt, Frankfurt, Freiburg, Köln und Münster, wie das „Künstlerkollektiv Ausgegrenzt“ am Wochenende mitteilte. „Mit der Aktion wollen wir auf die gravierende humanitäre Notlage in den Flüchtlingslagern an den europäischen Außengrenzen aufmerksam machen“, sagte ein Sprecher der Gruppe in Berlin dem Evangelischen Pressedienst (epd). Auch gehe es um die „menschenunwürdige Unterbringung“ von Flüchtlingen in Ankerzentren in Deutschland.

Allein in Münster wurden laut dem Sprecher aus acht Kirchen die Königsfiguren entfernt, darunter aus der St. Clemens-, St. Michael- und St. Mauritzkirche. In Köln sind von der Aktion die Weihnachtskrippen der Kirchen Christi Auferstehung, St. Pankratius und des Jugendpastoralen Zentrums Crux betroffen, in Darmstadt unter anderem die katholische Heilig-Geist-Gemeinde. In Berlin fehlen die Könige derzeit in der Kapelle der Versöhnung auf dem früheren Mauerstreifen, wie die Gemeinde mitteilte. In hinterlassenen Schreiben sichern die Aktivisten den Gemeinden zu, die Krippenfiguren sorgsam zu verwahren und in den nächsten Tagen unbeschadet wieder auszuhändigen. Die Aktion solle „aufrütteln und das Thema Lagerunterbringung neu in die gesellschaftliche Diskussion einbringen“.

Die EU-Abschottungspolitik habe verhindert, dass die beiden Könige das neugeborene Flüchtlingskind Jesus von Nazareth begrüßen können, heißt es in dem Schreiben weiter. Ein König sitze im Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos fest. Die Situation dort sei eine humanitäre Katastrophe, die Menschen hungerten und seien kaum vor Kälte und Regen geschützt. Ein weiterer König werde im Ankerzentrum im bayerischen Deggendorf festgehalten. Sein Ersuchen, den Messias mit Geschenken zu begrüßen, werde „als offensichtlich unbegründet abgelehnt“. Zur effektiveren Durchsetzung seiner Abschiebung dürfe er den Landkreis nicht verlassen, heißt es.

Am Dreikönigstag feiern die Christen weltweit die Ankunft der heiligen drei Könige bei dem Jesuskind im Stall von Bethlehem.

RND/epd