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Keine besten (Partei-)Freunde: CSU-Chef Markus Söder (links) und Bundesinnenminister Horst Seehofer.

Seehofer hofft nach Söder-Vorstoß auf “noch einige Tage” im Amt

CSU-Chef Markus Söder hat eine Verjüngung des Bundeskabinetts ins Spiel gebracht. Innenminister Horst Seehofer (70) erklärte bei einer Tagung in Köln in ironischem Tonfall, er hoffe noch auf einige Tage im Amt. Der CSU-Landesgruppenvorsitzende Alexander Dobrindt versuchte derweil, um eine klare Aussage zum Söder-Vorstoß herumzukommen.

Köln. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat sich optimistisch über seine weitere Zukunft im Kabinett geäußert. „In meinem Alter, das werden Sie alle noch erleben, müssen Sie täglich nach dem Aufstehen prüfen, ob Sie noch im Amt sind“, sagte Seehofer am Montag bei der Jahrestagung des Beamtenbunds dbb in Köln in ironischem Tonfall. Nicht ausdrücklich erwähnte er jüngste Äußerungen des CSU-Vorsitzenden Markus Söder, der mit einem Vorstoß für eine Verjüngung des Bundeskabinetts Aufsehen erregt hatte. Der 70-Jährige stellte aber klar, dass er sich als Chef des Bundesinnenministeriums wohl fühlt: „Ich hoffe, ich darf Euch noch einige Tage leiten“, sagte er an die Adresse seiner Mitarbeiter.

Ausweichend äußerte sich der CSU-Landesgruppenvorsitzende Alexander Dobrindt zu Söders Vorstoß. Im ARD-„Morgenmagazin“ vermied er es am Montag, den Vorstoß zu wiederholen, und pochte stattdessen auf eine inhaltliche Erneuerung.

Auf Nachfrage gibt Dobrindt Söder recht

„Man muss ernsthaft eigentlich sehen, dass wir bis 2021 regieren wollen in dieser großen Koalition. Und wenn man das will, dann muss man auch dafür sorgen, dass in einer zweiten Hälfte natürlich auch nochmal mehr Dynamik ‚reinkommt, dass Modernisierung ‚reinkommt, dass wir inhaltlich auch neue Akzente mit setzen“, sagte Dobrindt vor Beginn der Klausurtagung der CSU-Bundestagsabgeordneten im oberbayerischen Kloster Seeon. „Wir wollen, dass wir auch inhaltlich erneuert werden.“

Auf wiederholte Nachfrage, welche CSU-Minister denn etwa ausgetauscht werden müssten, antwortete er: „Es wäre doch recht unfair, wenn man jetzt Namen benennt, wenn wir eigentlich inhaltliche Debatten führen wollen.“ Der Maßstab für die CSU sei, dass in Deutschland für die Bürger mehr Entlastung geschaffen werden solle; zudem gehe es um mehr Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Auf nochmalige Nachfrage sagte er aber auch: „Markus Söder hat recht.“

Zugleich lehnte er es ab, über eine Kanzlerkandidatur Söders zu spekulieren. „Man muss aufpassen, dass man nicht deutlich vor einem Wahltag dann über solche Fragen sich Gedanken macht, wie Sie sie gerade stellen. Das wird dann zu einem Zeitpunkt entschieden, wenn er ansteht. Alles weitere hat auch der bayerische Ministerpräsident und Parteivorsitzende in der Vergangenheit, was ihn selber betrifft, schon erwähnt.“ Söder hatte eine Kandidatur zuletzt immer abgelehnt.

RND/dpa