Donnerstag , 27. Februar 2020
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Auch wenn in vielen Unternehmen in Deutschland die Arbeit mit Robotern an der Tagesordnung steht: Deutschland zählt unter den Industrienationen zu den Nachzüglern in puncto Digitalisierung. Einer aktuellen Umfrage zufolge trägt die Bundesregierung ihren Anteil daran. Quelle: Marijan Murat/dpa

Digitalisierung: Umfrage beweist Misstrauen in die Bundesregierung

Deutschland hängt hinterher, was die Digitalisierung angeht. Und nicht nur das: Laut einer aktuellen Allensbach-Umfrage halten die Bürger die zuständigen Politiker für digital wenig kompetent und die Konzepte der Parteien für nicht überzeugend. Doch nicht alles wird negativ eingeschätzt.

Berlin. Für die erfolgreiche Gestaltung des digitalen Wandels fehlt der Bundesregierung nach Einschätzung der meisten deutschen Bürger der Durchblick. Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach halten nur zwei Prozent der Bevölkerung die Regierung auf diesem Gebiet für sehr kompetent. 47 Prozent der Menschen, die für den „Digitalreport 2020“ befragt wurden, finden die Regierung hier „weniger kompetent“. Zehn Prozent glauben, sie sei „gar nicht kompetent“.

Digitalisierung: Unternehmen werden positiv eingeschätzt

Die in Deutschland ansässigen Unternehmen werden in puncto Digitalisierung wesentlich positiver eingeschätzt. 70 Prozent der Befragten halten sie in dem Bereich für kompetent oder sehr kompetent.

Der vermutete Mangel an Kompetenz auf Seite der Politiker lässt die Menschen nicht kalt. 90 Prozent der Teilnehmer der repräsentativen Umfrage im Auftrag der ESCP Business School Berlin erklärten, es sei wichtig oder sogar sehr wichtig, dass Politiker einschätzen könnten, was im Zusammenhang mit dem Thema Digitalisierung unternommen werden müsse.

Bürger trauen den zuständigen Politikern wenig zu

Von den fünf Kabinettsmitgliedern, die für Digitalisierung zuständig sind, erhält Wirtschaftsminister Peter Altmaier noch die besten Noten. 18 Prozent der Befragten, nannten auf die Frage, welchem Minister sie in dem Bereich am meisten zutrauten, den Namen des CDU-Politikers. Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hielten acht Prozent für die fähigste Gestalterin der Digitalisierung. Die Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär (CSU), erwähnten lediglich fünf Prozent der Befragten. Noch schlechter als Bär schnitten Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) ab – mit jeweils vier Prozent.

Konzepte können nicht überzeugen

Dass es die Opposition besser könnte, nehmen außerdem nur die wenigsten Bürger an. Fast ein Drittel der Befragten (30 Prozent) vertraten die Auffassung, keine Partei habe ein überzeugendes Konzept, um die Digitalisierung voranzutreiben. Und obwohl alle fünf „Digitalminister“ der Union angehören, erhalten CDU und CSU unter den Parteien immer noch die besten Noten.

13 Prozent der Befragten sehen bei den Unionsparteien das „überzeugendste Konzept“, um die Rahmenbedingungen für den digitalen Wandel mitzugestalten. Über Grüne und FDP sagten das nur jeweils sieben Prozent der Befragten. Für fünf Prozent haben die Sozialdemokraten das beste Konzept. Über die AfD sagten das nur drei Prozent, über die Linke nur zwei Prozent der Teilnehmer der Umfrage.

Der Begriff „Digitalisierung“ hat nicht für alle Menschen dieselbe Bedeutung. Allgemein versteht man unter Digitalisierung die Umwandlung analoger Inhalte oder Prozesse in eine digitale Form. In der öffentlichen Debatte wird der Begriff allerdings oftmals auch gebraucht, wenn es um den Breitbandausbau, die Mobilfunk-Abdeckung, die Vorbereitung von Schülern auf die digitale Arbeitswelt oder um eine Vernetzung über soziale Medien geht.

RND/dpa