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UN-Botschafterin Kelly Craft. Quelle: imago images/ZUMA Press

Nach Vergeltungsangriff: USA bereit zu Iran-Verhandlungen

Nach dem Angriff des Iran auf einen Militärstützpunkt der USA zeigt sich die amerikanische UN-Botschafterin Kelly Craft gesprächsbereit. „Wir sind bereit für ernsthafte Verhandlungen mit dem Iran ohne Vorbedingungen“, betont sie. Derweil will die Nato nach der Aufforderung von Trump prüfen, wie sie zusätzlich zur Stabilität im Nahen Osten und dem Kampf gegen Terrorismus beitragen kann.

New York. Nach dem iranischen Vergeltungsschlag gegen amerikanisch genutzte Militärbasen haben die USA das Gesprächsangebot an Teheran erneuert. „Wir sind bereit für ernsthafte Verhandlungen mit dem Iran ohne Vorbedingungen“, schrieb die amerikanische UN-Botschafterin Kelly Craft in einem Brief an den UN-Sicherheitsrat. Das Schreiben ist datiert auf Mittwoch und liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Ziel möglicher Verhandlungen müsse es sein, eine weitere Gefährdung des internationalen Friedens und der Sicherheit zu verhindern sowie eine weitere Eskalation durch den Iran zu verhindern.

Craft betont, dass die USA in den vergangenen Jahren immer wieder auf eine diplomatische Lösung des Konflikts gepocht hätten. Falls die Situation in Nahost es aber erfordere, seien die Vereinigten Staaten darauf vorbereitet, „zusätzliche Maßnahmen“ zu ergreifen, um Amerikaner in der Region zu schützen.

Spannungen in der Region zuletzt deutlich gewachsen

Nach der Aufforderung von US-Präsident Donald Trump will die Nato prüfen, wie sie zusätzlich zur Stabilität im Nahen Osten und dem Kampf gegen Terrorismus beitragen kann. Die Nato habe das Potenzial dazu, sagte der Generalsekretär Jens Stoltenberg am Donnerstag in Brüssel. „Und wir prüfen, was wir zusätzlich tun können.“ Auch auf mehrfache Nachfrage wollte er nicht sagen, wie dieser Beitrag konkret aussehen könne.

Nachdem die Spannungen in der Region zuletzt deutlich gewachsen waren, hatte Trump die Nato am Mittwoch zu einem stärkeren Engagement im Nahen Osten aufgefordert. Vergangene Woche hatten die USA den iranischen Top-General Ghassem Soleimani gezielt getötet, in der Nacht zum Mittwoch reagierte der Iran mit Vergeltung.

Die Nato setzte deshalb zuletzt ihre Ausbildungsmission im Irak aus und verlegte Teile ihrer Truppen an andere Orte innerhalb des Landes sowie ins Ausland. Der Einsatz soll die irakischen Streitkräfte eigentlich in die Lage versetzen, ein Wiedererstarken der Terrormiliz IS zu verhindern. Dazu schulen mehrere hundert Ausbilder irakische Militärausbilder und helfen beim Aufbau von Militärschulen.

Für mehr Engagement brauche es im Bündnis Einigkeit

Stoltenberg betonte, dass die Nato schon jetzt eine wichtige Rolle in der erweiterten Region spiele. Er nannte etwa die Ausbildungsmissionen im Irak und in Afghanistan. Für mehr Engagement brauche es im Bündnis Einigkeit. Zudem würde dies nur gemeinsam mit den betroffenen Ländern der Region entschieden. „Und das wird einige Zeit dauern.“

Ungeachtet der jüngsten Entspannungssignale in dem Konflikte sagte Stoltenberg, die Lage bleibe unberechenbar. „Es ist in niemandes Interesse, einen neuen Konflikt zu haben.“

RND/dpa