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Beamte der Bundespolizei am Frankfurter Flughafen. Quelle: imago images/Ralph Peters

Weniger Sport, leichterer Deutschtest: Anspruch bei Bundespolizei sinkt

Helfen niedrigere Standards der Bundespolizei gegen Bewerbermangel? Die Behörde muss Tausende Stellen besetzen. Die sportlichen und sprachlichen Voraussetzungen für den Nachwuchs wurden nun gesenkt.

Berlin. Die Bundespolizei hat Nachwuchsmangel. Die Behörde soll mehr Personal bekommen. Tatsächlich gehen jedoch immer mehr Beamte in den Ruhestand und die Jahrgänge des potentiellen Nachwuchses werden kleiner. Um sich aus dieser misslichen Lage zu befreien hat die Bundespolizei die Anforderungen gesenkt, die sie an Bewerber stellt, wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten.

Manche Übungen, die zuvor fester Bestandteil des körperlichen Eignungstests waren, seien mittlerweile durch einfachere Aufgaben ersetzt worden. So seien Standweitsprung und Liegestütze nicht mehr Teil des Tests. Der Deutschtest bestehe aus einem Diktat aus 180 Wörtern. Die Fehlertoleranz im Bewerbungsverfahren für den mittleren Dienst sei dabei laut Behördenangaben angehoben worden, „um einem größeren Bewerberkreis auch in den nachfolgenden Testbestandteilen die weitere Teilnahme zu ermöglichen“. Auf einer Rekrutierungswebsite verrate die Behörde vorab schon, worauf es bei den Übungen ankommt, und wie Bewerber sich darauf am besten vorbereiten können.

Die Bundespolizei selbst sagt, sie habe ihre Anforderungen für Bewerber lediglich etwas abgewandelt. Die Hürden für eine Aufnahme seien aber nicht gesenkt, sondern lediglich evaluiert und angepasst worden. Entscheidend für die Einstellung bleibt das Gesamtergebnis aller Tests, wie die Bundespolizei mitteilte. Die Vizevorsitzende der Bundespolizeigewerkschaft in der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Anja Ducklauß-Nitschke, sagte, es sei nicht zu befürchten, dass darunter die Qualität der Ausbildung leide.

Fast jeder Bewerber besteht Prüfungen

Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des FDP-Innenpolitikers Konstantin Kuhle geht hervor, dass in den vergangenen Jahren kaum Bewerber bei der Bundespolizei durchgefallen sind. 2009 und 2015 bestanden demnach alle Anwärter die Prüfungen. Von 440 Bewerbern im Jahr 2019 scheiterten nur 12.

Kuhle sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, die Qualität der Ausbildung dürfe bei der Bundespolizei nicht unter dem großen Personaldruck leiden.

RND/fh/dpa