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Ein Büttenredner in Sachsen-Anhalt sorgte wegen seiner rassistischen Äußerungen für jede Menge Empörung. Quelle: imago images/JOKER/Fernando Baptista/Montage RND

“Neger”-Witze bei Büttenrede: Vereinschef entschuldigt sich

Mit rassistischen Witzen hatte ein Büttenredner nicht nur in Sachsen-Anhalt Empörung verursacht. Nun hat der Präsident des betreffenden Narrenbunds Schuld dafür auf sich genommen. Er habe die Rede bei der Generalprobe verkannt, ihm sei dennoch bewusst, dass ihn das nicht von seiner Schuld entbinde.

Haldensleben. Nach einer als rassistisch kritisierten Büttenrede hat sich der Präsident des Süplinger Narrenbunds im Namen seines Vereins entschuldigt. „Die Büttenrede habe ich in ihrer drastischen Form bei der Generalprobe nicht wahrgenommen“, sagte Uwe Urban der Deutschen Presse-Agentur am Montag. „Das entbindet mich aber nicht von meiner Schuld, das tut mir leid.“ Zuvor hatten die Magdeburger „Volksstimme“ und der Mitteldeutsche Rundfunk über die Rede berichtet.

Ein Büttenredner hatte am Sonntagabend im Landkreis Börde eine Rede vorgetragen, in der es unter anderem eine Passage über einen „Neger“ gab, dem Schokoküsse aus der Verpackung gerollt waren. Die Pointe des vermeintlichen Witzes war: „Da kommt eine Oma angelaufen, tritt alle Negerküsse kaputt und sagt: Du legst hier keine Eier, Freundchen, du nicht“, wie die „Volksstimme“ berichtet. Urban bestätigte, dass diese Worte sinngemäß so genutzt worden sind.

„Das ist nicht unser Anspruch, wir distanzieren uns von diesen Aussagen“, sagte der Vereinspräsident. Mittlerweile habe auch die Polizei darum gebeten, den Text der Büttenrede zu bekommen. Urban betonte jedoch, dass dies eine provisorische Maßnahme sei.

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag, Eva von Angern, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland in Bezug auf die gesamte Büttenrede: „Dagegen muss hart vorgegangen werden, das ist auch strafrechtlich relevant.“

RND/dpa